DATEV-Schnittstelle: Welche Software wirklich mit deiner Steuerkanzlei zusammenarbeitet

Fastlancer Team · Aktualisiert: 18. Aug. 2026

„Hat das Tool eine DATEV-Schnittstelle?” ist die meistgestellte Frage vor dem Kauf einer deutschen Buchhaltungssoftware — und fast immer die falsche. Denn hinter dem einen Häkchen stecken drei völlig verschiedene Dinge, von denen nur eines der Steuerkanzlei tatsächlich Arbeit abnimmt. Wer das verwechselt, kauft ein Feature, das am Ende niemand benutzt.

Dieser Guide klärt zuerst, was eine DATEV-Schnittstelle praktisch bedeutet, zeigt dann anhand der Steuerberatervergütungsverordnung, warum sich saubere Vorarbeit in barem Geld auszahlt — und listet danach, welche Tools aus unseren eigenen Tests welchen der drei Wege tatsächlich gehen.

Kurz gefasst

DATEV-ExportDatei im DATEV-Format (Buchungsstapel als CSV) — muss jemand herunterladen und importieren
DATEV-AnbindungBuchungs- und Belegdaten laufen direkt in DATEV Unternehmen online, ohne Dateiversand
BelegtransferNur Belegbilder wandern zur Kanzlei — gebucht wird dort, nicht bei dir
Der Hebel§ 33 Abs. 3 StBVV halbiert den Gebührenrahmen der Buchführung, wenn du kontierte Unterlagen lieferst
Ohne KanzleiDann zählt die ELSTER-Anbindung, nicht die DATEV-Spalte

Zur Einordnung: Dieser Guide erklärt Technik und gesetzlichen Rahmen. Er ist keine Steuerberatung. Ob und in welcher Form deine Kanzlei Daten übernehmen kann und was das für deinen Fall bedeutet, klärst du mit ihr — nicht mit einer Vergleichstabelle. Preise sind am 11.08.2026 auf den Anbieterseiten erhoben, die Integrationsdaten am 13.08.2026.

DATEV-Export, DATEV-Anbindung, Belegtransfer: drei Dinge unter einem Häkchen

DATEV ist keine Software, die du kaufst. DATEV ist eine Genossenschaft von Steuerberatern, deren Programme in einem großen Teil der deutschen Kanzleien laufen. Deine Software spricht also nicht „mit DATEV”, sondern liefert Daten in einer Form, die die Programme deiner Kanzlei einlesen können. Und dafür gibt es drei Wege.

Stufe 1: Der Datei-Export im DATEV-Format

Der klassische Weg und mit Abstand der verbreitetste. Deine Software erzeugt eine CSV-Datei nach der DATEV-Formatbeschreibung: eine Kopfzeile mit Wirtschaftsjahr, Beraternummer und Mandantennummer, darunter die Buchungssätze. Diese Datei heißt Buchungsstapel. Sie wird üblicherweise monatlich erzeugt, verschickt und in der Kanzlei importiert.

Das ist echte Automatisierung an genau einer Stelle — dem Format. Der Transport bleibt Handarbeit: herunterladen, hochladen oder mailen, importieren. Für ein Solo-Business mit 30 Belegen im Monat ist das völlig ausreichend und der Grund, warum diese Stufe in fast jedem deutschen Tool steckt.

Stufe 2: Die echte Anbindung über die DATEV-Datenservices

Hier verschickt niemand mehr eine Datei. Deine Software überträgt Daten direkt in DATEV Unternehmen online, das Portal, auf das deine Kanzlei ohnehin zugreift. DATEV führt dafür mehrere benannte Dienste, die sich darin unterscheiden, was sie transportieren: der Buchungsdatenservice überträgt strukturierte Buchungsdaten, der Rechnungsdatenservice 1.0 Belegdaten samt zugehöriger Belegbilder, der Belegbilderservice die Bilder allein.

Der praktische Unterschied zu Stufe 1: Es gibt keinen Monatsrhythmus mehr und keinen Menschen, der etwas vergessen kann. Der Preis dafür ist Einrichtungsaufwand — diese Dienste werden auf Kanzleiseite bestellt und freigeschaltet, du kannst sie nicht allein aktivieren. Deshalb ist das die Stufe, die man vor dem Softwarekauf mit der Kanzlei bespricht, nicht danach.

Stufe 3: Der reine Belegtransfer

Die schwächste Form, die trotzdem oft als DATEV-Schnittstelle beworben wird: Du lädst Rechnungen und Quittungen hoch, sie landen bei der Kanzlei, und dort wird gebucht. Für dich ist das bequem, weil der Schuhkarton verschwindet. Für die Kanzlei ändert sich fast nichts — sie kontiert und bucht weiterhin jeden Beleg selbst.

Genau an dieser Unterscheidung hängt das Geld, und zwar nachlesbar.

Warum die Schnittstelle Geld spart: der Gebührenrahmen nach StBVV

Steuerberater rechnen nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) ab. Die Verordnung setzt für die laufende Buchführung keinen Festpreis, sondern einen Rahmen — und dieser Rahmen hängt ausdrücklich davon ab, wie viel Vorarbeit du lieferst.

Für die Finanzbuchführung gilt § 33 StBVV:

  • § 33 Abs. 1: Buchführung einschließlich des Kontierens der Belege — Monatsgebühr 2/10 bis 12/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle C.
  • § 33 Abs. 3: Buchführung nach vom Auftraggeber kontierten Belegen oder erstellten Kontierungsunterlagen — Monatsgebühr 1/10 bis 6/10.

Beide Grenzen halbieren sich. Für die Lohnbuchführung steht dasselbe Muster in § 34 StBVV, dort sogar in absoluten Beträgen: nach § 34 Abs. 2 sind es 6 bis 30 € je Arbeitnehmer und Abrechnungszeitraum, nach vom Auftraggeber erstellten Buchungsunterlagen gemäß § 34 Abs. 3 nur noch 2,50 bis 9,50 €.

Ein durchgerechnetes Beispiel, mit offengelegten Annahmen

Die Gebühr nach § 33 hängt am Gegenstandswert; bei der EÜR ist das nach § 33 Abs. 6 Nr. 2 StBVV der höhere Wert aus Betriebseinnahmen oder Betriebsausgaben. Nehmen wir eine Freelancerin mit 100.000 € Betriebseinnahmen im Jahr. Tabelle C (Anlage 3 StBVV) weist dafür eine volle Gebühr von 188 € aus. Daraus folgt:

Konstellation Rahmen laut StBVV Monatsgebühr Obergrenze im Jahr
Kanzlei kontiert und bucht (§ 33 Abs. 1) 2/10 bis 12/10 37,60 € bis 225,60 € 2.707,20 €
Du lieferst kontierte Unterlagen (§ 33 Abs. 3) 1/10 bis 6/10 18,80 € bis 112,80 € 1.353,60 €

Annahmen: Gegenstandswert 100.000 €, volle Gebühr 188 € nach Tabelle C in der Fassung BGBl. 2025 I Nr. 105. Beträge netto, ohne Umsatzsteuer und ohne Auslagen. Die Zahlen zeigen den gesetzlichen Rahmen, nicht dein Angebot.

Zwei ehrliche Einschränkungen dazu. Erstens entscheidet die Kanzlei nach den Umständen des Einzelfalls, wo innerhalb des Rahmens sie abrechnet — die Obergrenze ist kein Normalfall, sondern eine Obergrenze. Zweitens arbeiten viele Kanzleien mit einer Vergütungsvereinbarung und einem Pauschalhonorar; dann ist die Verordnung der Maßstab im Hintergrund, nicht die Rechnung im Briefkasten. Trotzdem bleibt die Richtung eindeutig, und sie ist der eigentliche Grund, warum diese Software-Spalte überhaupt wichtig ist: Du kaufst keine Funktion, du senkst ein Honorar.

Und genau deshalb reicht Stufe 3 nicht. Ein Belegtransfer bringt Bilder in die Kanzlei, aber keine kontierten Unterlagen — die Voraussetzung von § 33 Abs. 3 ist damit nicht erfüllt.

Welche Buchhaltungs- und Rechnungssoftware DATEV kann

Die folgende Übersicht speist sich ausschließlich aus unseren eigenen Tests und aus der Integrations-Erhebung vom 13.08.2026. Preise stammen aus der Preiserhebung vom 11.08.2026 und sind Netto-Angaben der Anbieter.

Tool Was es an DATEV liefert Preis (ab) Zusätzlich ELSTER-Abgabe
Lexware Office DATEV-Export, breiteste Akzeptanz in Kanzleien 7,90 € / Monat ✓ UStVA direkt
sevdesk DATEV-Export ab dem Rechnung-Tarif plus Steuerberater-Portal mit direktem Zugriff 4,45 € / Monat ✓ ab Buchhaltung
FastBill DATEV-Schnittstelle und DATEV-Rechnungsdatenservice 1.0 kein öffentlicher Preis ✓ UStVA direkt
Papierkram DATEV-Export — aber erst ab dem S-Tarif, nicht im Free-Plan 9,90 € / Monat im Jahresabo – nur Elster-XML zum Upload
Accountable DATEV-CSV für Belege und Rechnungen; die Stärke liegt beim Selbermachen 0 € / 9,90 € im Jahresabo ✓ inkl. Einkommensteuer
Norman DATEV-Export 0 € / 9 € / 21 €
WISO MeinBüro DATEV-Import und -Export 6,54 € / Monat im Jahresabo ✓ UStVA direkt
Kontolino! DATEV-Export 11 € / Monat ✓ UStVA direkt
BuchhaltungsButler DATEV-Export 3,90 € / Monat ✓ ab Smart
easybill DATEV-Export schon im kostenlosen Free-Plan 0 € / 9 € im Jahresabo – Rechnungstool, keine Steuerabgabe
BillingEngine DATEV-, CSV- und XLS-Export plus eigener Steuerberater-Zugang ab Basic siehe Anbieterseite – Rechnungstool
fakturawork DATEV-Export 4,16 € / Monat im Jahresabo – Rechnungstool
likvi DATEV-Export 6,40 € / Monat im Jahresabo – Rechnungstool
Zoho Books DATEV-Export vorhanden, im DACH-Alltag aber die schwächste Anbindung der Liste 0 € / 30 € im Jahresabo – kein ELSTER

Legende: ✓ = vorhanden, mittlere Spalte kursiv = eingeschränkt, – = nicht vorhanden. Alle Angaben aus unseren Reviews, der Preiserhebung vom 11.08.2026 und der Integrations-Erhebung vom 13.08.2026. Maßgeblich ist die jeweilige Anbieterseite.

Die Auswahl ist bewusst breit: Der Punkt dieser Tabelle ist nicht, ein Tool zu krönen, sondern zu zeigen, dass DATEV-Export im deutschen Markt kein Premium-Merkmal mehr ist. Er steckt bei easybill schon im kostenlosen Plan und bei BuchhaltungsButler ab 3,90 €. Wer ein Tool ohne DATEV-Weg findet, hat meist ein internationales Produkt vor sich — bei FreshBooks, Wave und Xero ist genau das der Fall.

Die zwei Fallen in dieser Tabelle sind die Tarifgrenzen. Papierkram hat einen bekannt guten Free-Plan — der DATEV-Export sitzt aber nicht darin, sondern erst ab S. Und sevdesk bietet mehr als den Datei-Export: ein Steuerberater-Portal, über das deine Kanzlei direkt auf die Daten zugreift, statt auf eine Mail zu warten. Das ist in der Praxis der Unterschied zwischen Stufe 1 und Stufe 2 dieses Guides.

Alle Buchhaltungstools im Vergleich

Zeiterfassung und Lohn: DATEV Lodas und Lohn und Gehalt

Sobald Angestellte im Spiel sind, geht es nicht mehr um Buchungssätze, sondern um Lohndaten — und um zwei DATEV-Programme mit eigenen Namen: DATEV Lodas und DATEV Lohn und Gehalt. Eine Zeiterfassung, die nur „DATEV-Export” schreibt, meint hier oft eine generische CSV-Datei. Eine, die Lodas oder Lohn und Gehalt namentlich nennt, meint das Lohnformat.

Tool DATEV-Weg Preis / Nutzer Wofür
TimeTac Zertifizierte Schnittstellen zu Lodas und Lohn und Gehalt kein öffentlicher Preis Lohn- und Compliance-Seite
askDANTE Lohn-Exporte für Lodas, Lohn und Gehalt, Addison ab 2,65 € Anwesenheit mit Lohnanschluss
Papershift DATEV-Lohnarten, LODAS, Sage, SBS Lohn plus — erst ab Professional 4 € / 6 € / 9 € Schichtbetrieb mit Dienstplanung
clockodo Export an DATEV, Lexware Office, sevdesk — Schnittstellen ab Pro 0 € solo / 4 € / 10 € Anwesenheit plus abrechenbare Projektzeit
ZEP Nativ Lodas und Lohn und Gehalt, zubuchbar ab 7 € Projektcontrolling mit Lohnanschluss
Clockify, Toggl Track – nur CSV-Export Free / ab 3,99 $ internationale Projektzeit

Preise pro Nutzer und Monat, netto, teils modular. Quellen: unsere Reviews, der Zeiterfassungs-Vergleich für KMU und die Preiserhebung vom 11.08.2026.

Die Tarifgrenze ist hier die eigentliche Nachricht. Bei Papershift steckt der DATEV- und LODAS-Export im Professional-Tarif für 9 € — nicht im 4-€-Einstieg, mit dem viele Vergleichsseiten rechnen. Bei clockodo sitzen die Schnittstellen im Pro-Tarif für 10 €, nicht im Basic für 4 €. Wer ein Tool kauft, um das Kanzleihonorar nach § 34 StBVV zu drücken, muss also mit dem höheren Tarif kalkulieren. Selbst dann geht die Rechnung bei fünf Mitarbeitenden in aller Regel deutlich auf — die Herleitung dazu steht im HR-Software-Guide.

Geschäftskonten und Belegsammler als Zulieferer

Die dritte Gruppe buchführt nicht selbst, sondern füttert die Buchhaltung. Sie entscheidet trotzdem mit darüber, wie viel Handarbeit übrig bleibt.

  • GetMyInvoices holt Eingangsrechnungen aus über 10.000 Portalen und Postfächern, liest sie per OCR aus und übergibt sie an DATEV, sevdesk oder Lexware Office. Für DATEV besteht eine offizielle Marketplace-Integration. Die Brücke zwischen Rechnungseingang und Buchhaltung, ab 18,05 € im Monat im Jahresabo.
  • Qonto bindet nativ an DATEV, sevdesk und Lexware Office an — laut unserem Geschäftskonto-Vergleich schon im kostenlosen Starter-Tarif.
  • FYRST bietet die klassische DATEV-Anbindung, Holvi DATEV über EBICS für 3 € im Monat, Finom ebenfalls eine DATEV-Anbindung.
  • N26 Business hat keine native DATEV-Schnittstelle. Auszüge müssen manuell exportiert und aufbereitet werden — für Solo-Selbstständige mit wenig Belegen meist verkraftbar, bei DATEV-getriebener Kanzlei ein echter Reibungspunkt.

Drei Verwechslungen, die teuer werden

„Mein Steuerberater nutzt DATEV” heißt nicht, dass du DATEV brauchst. Es heißt, dass deine Daten in einer Form ankommen müssen, die DATEV-Programme lesen. Ob das über einen Buchungsstapel, über Unternehmen online oder über einen Ordner mit PDFs passiert, ist eine Absprache — keine Eigenschaft deiner Software. Diese Absprache gehört vor den Softwarekauf, nicht danach.

DATEV-Export ist nicht gleich kontierte Vorarbeit. Der Gebührensprung nach § 33 Abs. 3 StBVV knüpft an kontierte Belege oder erstellte Kontierungsunterlagen an, nicht an das Dateiformat. Eine Software, die Buchungssätze mit sinnvollen Konten erzeugt, liefert diese Vorarbeit. Eine, die nur Belegbilder weiterreicht, nicht — auch wenn beide Wege in der Feature-Liste unter „DATEV” stehen.

DATEV ersetzt keine ELSTER-Anbindung, und umgekehrt. Das sind zwei verschiedene Empfänger: DATEV ist deine Kanzlei, ELSTER ist das Finanzamt. Tools wie Accountable und Lexware Office übermitteln die Umsatzsteuervoranmeldung direkt an ELSTER; Papierkram, easybill und Zoho Books tun das nicht. Wer allein arbeitet, braucht die ELSTER-Spalte. Wer mit Kanzlei arbeitet, die DATEV-Spalte. Wer beides will, sollte im Buchhaltungssoftware-Vergleich gezielt nach beiden Häkchen filtern.

Was du deine Kanzlei fragen solltest, bevor du kaufst

Vier Fragen, die in fünf Minuten geklärt sind und die dir eine Fehlentscheidung ersparen:

  • „In welcher Form willst du die Daten?” Buchungsstapel als Datei, Übertragung nach Unternehmen online, oder reicht euch ein Belegordner?
  • „Arbeitet ihr mit DATEV Unternehmen online, und richtet ihr mir einen Zugang ein?” Die Datenservices bestellt die Kanzlei, nicht du.
  • „Wenn ich kontiert liefere — wirkt sich das auf euer Honorar aus?” Die Verordnung sieht es vor; ob eure Vereinbarung es abbildet, muss die Kanzlei sagen.
  • „Gibt es eine Software, mit der ihr besonders gut zurechtkommt?” Die praktikabelste Antwort schlägt jede Vergleichstabelle, auch diese hier.

Der Grund für diese Reihenfolge ist schlicht: Die Kanzlei ist der Empfänger. Software, die der Empfänger nicht verarbeiten will, ist auf dem Papier kompatibel und in der Praxis wertlos.

Weiterführend

Häufige Fragen

Was ist eine DATEV-Schnittstelle?

Der Begriff meint in der Praxis drei verschiedene Dinge, die oft verwechselt werden. Erstens den Datei-Export im DATEV-Format: Deine Software erzeugt eine CSV-Datei mit den Buchungssätzen (den sogenannten Buchungsstapel), du oder deine Kanzlei importiert sie in die DATEV-Software. Zweitens eine echte Anbindung, bei der Daten und Belegbilder direkt in DATEV Unternehmen online landen, ohne dass jemand eine Datei verschickt — DATEV nennt diese Wege Buchungsdatenservice, Rechnungsdatenservice und Belegbilderservice. Drittens den reinen Belegtransfer: Du lädst Rechnungen und Quittungen hoch, gebucht wird trotzdem vollständig in der Kanzlei. Alle drei stehen in Feature-Listen unter demselben Häkchen — kosten die Kanzlei aber unterschiedlich viel Arbeit.

Welche Software hat eine DATEV-Schnittstelle?

Aus unseren eigenen Tests und der Integrations-Erhebung vom 13.08.2026: Bei der Buchhaltung Lexware Office, sevdesk, Papierkram, FastBill, Accountable, Norman, WISO MeinBüro und Kontolino!. Bei den Rechnungstools easybill, BillingEngine, fakturawork und likvi. Bei der Zeiterfassung TimeTac und askDANTE mit Exporten für DATEV Lodas und DATEV Lohn und Gehalt, clockodo und ZEP mit DATEV-Export, Papershift ab dem Professional-Tarif. Und als Beleg-Zulieferer GetMyInvoices sowie die Geschäftskonten Qonto, FYRST, Holvi und Finom.

Ist DATEV-Export dasselbe wie eine DATEV-Anbindung?

Nein, und der Unterschied ist der häufigste Grund für Enttäuschung nach dem Kauf. Ein DATEV-Export erzeugt eine Datei, die jemand herunterladen, verschicken und importieren muss — Handarbeit an beiden Enden, aber in einem definierten Format. Eine Anbindung über die DATEV-Datenservices schickt Buchungsdaten und Belegbilder direkt in DATEV Unternehmen online; die Kanzlei findet sie dort vor, ohne dass eine Mail unterwegs war. Unser Zeiterfassungs-Vergleich unterscheidet das in der Tabelle bewusst mit zwei verschiedenen Werten: „Export” für den Datei-Weg, die namentliche Nennung von Lodas beziehungsweise Lohn und Gehalt für die zertifizierte Schnittstelle. Für kleine Datenmengen reicht der Export fast immer; ab einem gewissen Belegvolumen wird der Unterschied zur Zeitfrage.

Was kostet der Steuerberater — und was spart eine saubere DATEV-Übergabe?

Das steht in der Steuerberatervergütungsverordnung, nicht im Angebot. Für die Finanzbuchführung samt Kontieren der Belege setzt § 33 Abs. 1 StBVV eine Monatsgebühr von 2/10 bis 12/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle C an. Übernimmst du die Kontierung selbst oder lieferst fertige Kontierungsunterlagen, sinkt der Rahmen nach § 33 Abs. 3 StBVV auf 1/10 bis 6/10 — die Obergrenze halbiert sich. Dasselbe Muster bei der Lohnbuchführung: § 34 Abs. 2 StBVV nennt 6 bis 30 € je Arbeitnehmer und Abrechnungszeitraum, nach vom Auftraggeber erstellten Buchungsunterlagen sind es nach § 34 Abs. 3 StBVV nur noch 2,50 bis 9,50 €. Wo innerhalb des Rahmens abgerechnet wird, entscheidet die Kanzlei nach den Umständen des Einzelfalls — und viele Kanzleien arbeiten ohnehin mit einer Vergütungsvereinbarung, in der die Verordnung nur der Maßstab ist.

Was ist DATEV Unternehmen online?

Das ist DATEVs Portal für die Mandantenseite: Du lädst Belege hoch oder lässt sie von deiner Software dorthin übertragen, die Kanzlei greift auf denselben Datenbestand zu und bucht daraus. Für viele Selbstständige ist das die einzige DATEV-Software, die sie je zu Gesicht bekommen — die eigentliche Buchführung läuft in den Kanzleiprogrammen. Wichtig für die Toolwahl: Ein Tool, das „an DATEV Unternehmen online anbindet”, liefert damit nicht automatisch fertige Buchungssätze. Es kann auch nur Belegbilder abliefern. Was genau übertragen wird, steht in der jeweiligen Produktbeschreibung — und ist die Frage, die du vor dem Abschluss stellen solltest.

Brauche ich eine DATEV-Schnittstelle, wenn ich gar keinen Steuerberater habe?

Kurzfristig nein. Wer die Umsatzsteuervoranmeldung und die EÜR selbst über ELSTER abgibt, braucht DATEV an keiner Stelle — dafür ist die ELSTER-Anbindung das entscheidende Merkmal, nicht die DATEV-Spalte. Unser Buchhaltungssoftware-Vergleich trennt beides sauber. Langfristig ist der DATEV-Export trotzdem ein sinnvolles Ausschlusskriterium: Er kostet in aller Regel keinen Aufpreis, und der Wechsel zu einer Kanzlei kommt bei wachsendem Umsatz häufiger als gedacht. Ein Tool ohne DATEV-Weg zwingt dich in diesem Moment entweder zum Software-Wechsel oder zur Handarbeit.

Welche Zeiterfassung hat eine DATEV-Schnittstelle für die Lohnabrechnung?

Am weitesten sind hier TimeTac mit zertifizierten Schnittstellen zu DATEV Lodas und DATEV Lohn und Gehalt sowie askDANTE mit Lohn-Exporten für Lodas, Lohn und Gehalt und Addison. clockodo liefert Exporte an DATEV, Lexware Office und sevdesk — die Schnittstellen sitzen im Pro-Tarif für 10 € pro Nutzer und Monat. Papershift exportiert nach DATEV Lohnarten, LODAS, Sage und SBS Lohn plus, allerdings erst im Professional-Tarif für 9 € pro Mitarbeiter und Monat, nicht im 4-€-Einstieg. Die internationalen Tools Clockify und Toggl Track haben keine DATEV-Anbindung, nur CSV-Export. Mehr dazu im Zeiterfassungs-Vergleich für KMU.