Zeiterfassung Open Source 2026: 5 Tools im ehrlichen Vergleich

Fastlancer Team · Aktualisiert: 13. Aug. 2026

Zeiterfassung Open Source 2026

Open-Source-Zeiterfassung ist 2026 kein Bastler-Thema mehr: Die besten Tools haben Rechnungsstellung, Team-Funktionen und gepflegte Docker-Setups — und zwei davon bieten eine Cloud an, falls du keinen eigenen Server betreiben willst. In diesem Vergleich findest du die fünf Open-Source-Zeiterfassungen, die sich für Freelancer, Selbstständige und kleine Teams wirklich lohnen, mit Lizenzen, Preisen und Herkunft — im August 2026 direkt in den Repos und auf den Projektseiten verifiziert. Und weil Ehrlichkeit zum Vergleich gehört: am Ende steht, wann ein SaaS-Tool die bessere Wahl bleibt.

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Vergleichstabelle: Open-Source-Zeiterfassung auf einen Blick

Tool Lizenz Cloud-Option Rechnungen Am besten für
KimaiAGPL-3.0ab 2,99 €/Mon. (DE-Hosting)✓ PDF/DOCXFreelancer, die aus Zeiten Rechnungen machen
solidtimeAGPL-3.0Solo kostenlos, Pro 8 €✓ inkl. E-RechnungModerne UI, Teams, Cloud ohne Server-Pflege
TimeTaggerGPL-3.03 €/Mon. oder 144 € einmaligSolo-Tracking mit interaktiver Timeline
TraggoGPL-3.0nur Self-HostingTag-basiertes Tracking für Tech-Affine
ActivityWatchMPL-2.0— (läuft lokal)Automatische Selbstanalyse, 100 % privat

Lizenzen und Preise im August 2026 in den GitHub-Repos und auf den Projektseiten verifiziert (Netto-Preise, teils jährliche Abrechnung). Bewusst nicht dabei: Cattr — die SSPL-Lizenz ist nicht OSI-anerkannt, und das Projekt wird kaum noch gepflegt.

1. Kimai — der Business-Standard mit Rechnungsstellung

Kimai ist die vollständigste Open-Source-Zeiterfassung: Projekte, Kunden, Teams mit Rollen, eine JSON-API — und als einziges Tool im Vergleich eine eingebaute Rechnungsstellung mit PDF- und DOCX-Vorlagen. Erfasste Zeiten werden direkt zu Rechnungspositionen, ohne Export-Umweg über Excel. Das Projekt wird bemerkenswert aktiv gepflegt (Releases im Wochenrhythmus, zuletzt im August 2026) und läuft nach eigenen Angaben bei über 7.000 Firmen.

Self-Hosting läuft über offizielle Docker-Images; wer das nicht will, nimmt die Kimai Cloud ab 2,99 €/Monat — betrieben vom Wiener Entwickler des Projekts, gehostet in Deutschland und damit auch für DSGVO-sensible Auftraggeber sauber. Ein ehrlicher Haken: Die mobilen Apps für iOS und Android stammen von einem Drittanbieter und kosten einmalig 19,99 € — mobil bucht man sonst im Browser.

Am besten für: Freelancer und kleine Teams, die Zeiterfassung und Abrechnung in einem Open-Source-Tool wollen.

2. solidtime — der moderne Herausforderer mit Gratis-Cloud

solidtime ist das jüngste und am schnellsten wachsende Projekt in diesem Vergleich — mit der mit Abstand modernsten Oberfläche, die sich vor Toggl oder Clockify nicht verstecken muss. Teams mit rollenbasierten Rechten, Reporting und Rechnungsstellung sind an Bord, letztere sogar mit Unterstützung für den E-Rechnungs-Standard EN 16931 — ein Detail, das 2026 kein anderes Open-Source-Zeiterfassungstool bietet.

Der praktische Einstieg ist die Cloud: Der Solo-Plan ist dauerhaft kostenlos (1 Nutzer), Professional kostet 8 €/Nutzer/Monat bei jährlicher Zahlung. Self-Hosting per Docker ist ebenso offiziell unterstützt — über 1.000 selbst gehostete Server laufen bereits. Hinter dem Projekt steht ein kleines Team in Wien, gebaut und gehostet in Europa. Einzige echte Lücke: keine offizielle Mobile-App, getrackt wird im Browser oder über die Desktop-App.

Am besten für: Solo-Freelancer, die kostenlos in der Cloud starten wollen, und Teams mit E-Rechnungs-Bedarf.

3. TimeTagger — Solo-Tracking mit Lifetime-Option

TimeTagger vom niederländischen Entwickler Almar Klein denkt Zeiterfassung als interaktive Timeline: Einträge werden mit #Tags statt starrer Projektstruktur organisiert, die Ansicht zoomt stufenlos vom Tag bis zum Jahr. Als Progressive Web App funktioniert es auch offline, Berichte gibt es als CSV und PDF, dazu eine offene Web-API und ein CLI-Tool.

Das Preismodell ist erfrischend unkompliziert: Self-Hosting ist kostenlos (offizielle Docker-Images), die Cloud kostet 3 €/Monat oder einmalig 144 € für ein Lifetime-Konto. Team-Funktionen gibt es nur auf Anfrage, Rechnungsstellung fehlt komplett — TimeTagger ist bewusst ein Solo-Werkzeug und will nichts anderes sein.

Am besten für: Selbstständige, die ein schlankes, visuelles Solo-Tracking ohne Abo-Zwang suchen.

4. Traggo — radikal tag-basiert, nur für Selbst-Hoster

Traggo (entwickelt in Berlin) verzichtet komplett auf Projekte und Aufgaben: Jeder Zeiteintrag ist eine Sammlung von Tags wie kunde:acme typ:entwicklung — daraus baut man sich eigene Dashboards. Das ist ungewohnt, aber mächtig, wenn die eigene Arbeit nicht in klassische Projektschubladen passt. Multi-User-Betrieb und eine GraphQL-API sind vorhanden.

Eine Cloud gibt es nicht — Traggo läuft ausschließlich auf dem eigenen Server (als schlankes Go-Binary oder Docker-Container, sehr genügsam). Keine Rechnungen, keine Apps, gemächliches Entwicklungstempo: Das ist ein Werkzeug für Leute, die genau diese Reduktion wollen.

Am besten für: Tech-affine Freelancer, denen Tags lieber sind als Projektstrukturen — und die einen Server haben.

5. ActivityWatch — automatisches Tracking, das nie nach Hause telefoniert

ActivityWatch beantwortet eine andere Frage als die übrigen vier: nicht „wie viele Stunden buche ich auf Kunde X?", sondern „wo ist meine Zeit wirklich hin?". Das Tool protokolliert automatisch aktive Fenster und Browser-Tabs — komplett lokal auf dem eigenen Rechner, es werden keine Daten an Server geschickt. Browser-Extensions, Editor-Plugins und eine Android-App erweitern die Erfassung.

Die Einschränkungen sind deutlich: keine Kunden, keine Projekte, keine Teams, keine Abrechnung — und das letzte stabile Release liegt inzwischen rund zwei Jahre zurück, auch wenn am Code weiter gearbeitet wird. Als Ergänzung zur manuellen Zeiterfassung (Realitätsabgleich!) ist es trotzdem unschlagbar, als alleiniges Freelancer-Tool ungeeignet. Wer nur ein privates Offline-Tracking für Mac oder Windows sucht, sollte sich auch das jüngere TimeScribe ansehen.

Am besten für: Solo-Nutzer, die automatisch erfassen und ihre Daten zu 100 % lokal behalten wollen.

Wann ein SaaS-Tool die ehrlichere Wahl ist

Open Source kauft dir Datenhoheit und Unabhängigkeit — bezahlt wird mit Wartung und Verzicht auf Komfort (native Apps, Integrationen, Support). Wenn du keinen Server pflegen willst und keine Compliance-Vorgabe dich zum Self-Hosting zwingt, sind zwei SaaS-Tools der pragmatische Vergleichsmaßstab: Clockify hat den großzügigsten Free-Plan der Kategorie (unbegrenzte Nutzer und Projekte, aber eben proprietär und in der Cloud), und Toggl Track bleibt das Komfort-Benchmark mit erstklassigen Mobile- und Desktop-Apps. Faustregel: Wer seine Zeiten abrechnen muss und selbst hostet, nimmt Kimai; wer kostenlos in der Cloud starten will, solidtime oder Clockify.

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Fazit: Zwei Projekte tragen die Kategorie

Die Open-Source-Zeiterfassung hat 2026 zwei klare Anker: Kimai für alle, die aus Zeiten Geld machen (Rechnungsstellung, Teams, DE-gehostete Cloud ab 2,99 €), und solidtime für alle, die modern und ohne eigenen Server starten wollen (Solo-Cloud kostenlos, E-Rechnung eingebaut). TimeTagger, Traggo und ActivityWatch sind bewusst schmalere Werkzeuge für klar umrissene Nischen. Egal welches du wählst: Alle fünf kannst du ohne Anbieter-Lock-in wieder verlassen — das ist am Ende das stärkste Argument der ganzen Kategorie.

Weiterlesen: Alle Zeiterfassungs-Tools mit Vergleichstabelle findest du in der Zeiterfassungs-Kategorie — und den großen Überblick über den kompletten Werkzeugkasten im Guide Beste Tools für Freelancer 2026.

Häufige Fragen

Was ist die beste Open-Source-Zeiterfassung für Selbstständige?

Kimai, wenn du aus erfassten Zeiten auch Rechnungen erzeugen willst — es ist das einzige Tool in diesem Vergleich mit eingebauter Rechnungsstellung (PDF/DOCX-Vorlagen) und wird seit Jahren im Wochenrhythmus weiterentwickelt. solidtime ist die modernere Alternative mit kostenlosem Cloud-Solo-Plan — ideal, wenn du nicht selbst hosten willst. Beide sind AGPL-lizenziert und kommen aus Wien; die Kimai-Cloud wird in Deutschland gehostet.

Ist Clockify Open Source?

Nein. Clockify ist ein proprietäres SaaS-Produkt von CAKE.com — es gibt weder veröffentlichten Quellcode noch ein Self-Hosting-Angebot. Die Verwechslung kommt vermutlich vom großzügigen Free-Plan, der sich wie ein Community-Projekt anfühlt. Wer wirklich Open Source will (eigene Server, AGPL/GPL-Lizenz, Datenhoheit), landet bei Kimai oder solidtime; wer nur ein dauerhaft kostenloses Tool ohne Server-Pflege sucht, ist bei Clockify trotzdem gut aufgehoben.

Wie aufwendig ist das Self-Hosting einer Zeiterfassung?

Mit Docker überschaubar: Kimai, solidtime, Traggo und TimeTagger liefern offizielle Docker-Images, ein Setup auf einem 5-€-VPS ist in ein bis zwei Stunden erledigt. Ehrlicherweise fängt die Arbeit danach an — Updates einspielen, Backups prüfen, HTTPS-Zertifikate erneuern. Wer dafür keine Lust oder Zeit hat, nimmt die Cloud-Angebote der Projekte (Kimai ab 2,99 €/Monat, solidtime Solo kostenlos, TimeTagger 3 €/Monat) — das Geld geht dabei direkt an die Entwickler.

Gibt es Open-Source-Zeiterfassung mit Handy-App?

Nur mit Einschränkungen. ActivityWatch hat eine eigene Android-App, trackt aber automatisch statt projektbezogen. Für Kimai gibt es mobile Apps (iOS und Android) — die stammen allerdings von einem Drittanbieter und kosten einmalig 19,99 €. solidtime und TimeTagger setzen auf den Browser (TimeTagger funktioniert als PWA auch offline). Wer viel unterwegs bucht, sollte das vor der Entscheidung einmal am eigenen Handy testen — oder bei einem SaaS-Tool wie Toggl Track bleiben, dessen Apps zum Kernprodukt gehören.

Warum überhaupt Open Source statt Clockify oder Toggl?

Drei ehrliche Gründe: Datenhoheit (selbst gehostet verlassen Arbeitszeiten, Kundennamen und Stundensätze nie deinen Server — für manche Auftraggeber und Branchen ein hartes Kriterium), Unabhängigkeit (kein Anbieter kann Preise erhöhen oder den Free-Plan kürzen — bei SaaS-Tools 2026 keine theoretische Sorge) und Kosten bei Teams (5 Nutzer auf dem eigenen Server kosten so viel wie 1 Nutzer, SaaS rechnet pro Kopf). Dagegen steht der Wartungsaufwand — wer den nicht will, fährt mit einem guten Free-Plan wie dem von Clockify oft praktischer.