Zeiterfassungs-Software für Freelancer, Selbstständige & kleine Unternehmen: 10 Tools im Test, 6 davon kostenlos
Fastlancer Team · Aktualisiert: 18. Aug. 2026
Ob du nach Stunden abrechnest, Projekte sauber strukturierst oder einfach deinen Arbeitsalltag im Blick behalten willst — als Freelancer, Selbstständiger oder kleines Unternehmen kommst du um Zeiterfassung nicht herum. Wer noch mit Excel-Listen oder Notiz-Apps trackt, verliert Zeit, vergisst Stunden und schreibt am Monatsende ungenaue Rechnungen. Eine gute Zeiterfassungs-Software nimmt dir genau diese Reibung ab.
Zeiterfassung für Freelancer & Selbstständige — kurz gefasst
In diesem Vergleich findest du die 10 besten Zeiterfassungs-Tools für Freelancer, Freiberufler und Selbstständige 2026 — von kostenlos bis Profi, mit Projektabrechnung und Schnittstellen zur Buchhaltung. Ob du als Freiberufler nach § 18 EStG abrechnest oder ein Gewerbe führst, spielt für die Toolwahl keine Rolle — entscheidend sind Projektzuordnung, hinterlegte Stundensätze und der Weg in die Rechnung. International heißt das Ganze auch „Timetracking"; gemeint ist dieselbe Disziplin. Unsere Auswahlkriterien: kostenlose Version, einfache Erfassung (Timer + manuell), Projekt- und Kundenzuordnung, hinterlegte Stundensätze für die Abrechnung, sauberes Reporting, Solo- und Team-Tauglichkeit, Integrationen zu Buchhaltung und Rechnungstools sowie Verfügbarkeit als App, im Browser und auf dem Desktop.
Alle Zeiterfassungs-Tools im Überblick
Vergleichstabelle: Zeiterfassung für Freelancer auf einen Blick
| Tool | Free-Plan | Rechnung integriert | Am besten für |
|---|---|---|---|
| Toggl Track | ✓ (bis 5 Nutzer) | – | Solo & kleine Teams, schneller Einstieg |
| Clockify | ✓ (bis 5 Nutzer) | (als Add-on) | Max. Funktionen kostenlos |
| Harvest | ✓ (1 Nutzer, 2 Projekte) | ✓ | Direkte Rechnungsstellung |
| TimeTac | 30 Tage Test | – | DACH-konforme Profi-Erfassung |
| Timely | 14 Tage Test | – | Automatisches KI-Tracking |
| TimeCamp | ✓ (Solo) | ✓ | Tracking + Abrechnung |
| Clocko:do | 14 Tage Test (+ Free-Solo-Tarif) | ✓ | DSGVO-konform, deutsch |
| Tyme | Test | (via Export) | Apple-only Freelancer |
| Timemator | Einmaliger Kauf | – | Automatisch & offline (Mac) |
| Kimai | ✓ Open Source | (via Add-ons) | Selbst hosten, volle Datenkontrolle |
Kostenlose Zeiterfassung: Welche Tools wirklich gratis bleiben
Sechs der zehn Tools haben einen dauerhaft kostenlosen Tarif — keinen Test, der nach 14 Tagen endet. Entscheidend ist nicht, ob es einen Free-Plan gibt, sondern wo er aufhört. Diese Grenzen sind der eigentliche Unterschied:
| Tool | Kostenlos bis | Wo es aufhört |
|---|---|---|
| Clockify | unbegrenzt Zeit erfassen, bis 5 Nutzer | Abrechnung und Reports-Export sind kostenpflichtige Add-ons |
| Toggl Track | bis 5 Nutzer, unbegrenzte Projekte | Keine Rechnungsstellung, keine Abrechnungssätze pro Projekt |
| Harvest | 1 Nutzer, 2 Projekte | Ab Projekt 3 kostenpflichtig — dafür Rechnungen schon im Free-Tarif |
| TimeCamp | Solo unbegrenzt | Automatisches Tracking und Abrechnung erst in den Bezahltarifen |
| Clocko:do | Free-Solo-Tarif | Nur für eine Person; Teamfunktionen kosten |
| Kimai | unbegrenzt, Open Source | Du brauchst einen eigenen Server und etwas Einrichtungszeit |
Für Solo-Freelancer reicht der kostenlose Tarif fast immer. Clockify ist die großzügigste Variante, wenn du nur Zeiten erfassen und auswerten willst; Harvest lohnt sich trotz der Zwei-Projekt-Grenze, wenn du aus den erfassten Stunden direkt Rechnungen stellen möchtest. Wer die Daten auf eigener Infrastruktur halten will, nimmt Kimai. Die vier verbleibenden Tools im Test — TimeTac, Timely, Tyme und Timemator — haben nur Testphasen oder sind Einmalkäufe; sie stehen weiter unten, weil sie andere Stärken haben.
Arbeitszeiterfassung für Selbstständige: Pflicht oder nicht?
Vor der Toolwahl steht meist eine Frage, die gar keine Toolfrage ist: Muss ich als Selbstständiger meine Arbeitszeit überhaupt aufzeichnen? Für die allermeisten lautet die Antwort nein — und der Grund dafür erklärt zugleich, ab wann sie kippt.
Ohne Angestellte gibt es keine gesetzliche Aufzeichnungspflicht. Arbeitszeitgesetz und Arbeitsschutzgesetz richten sich an den Arbeitgeber und schützen Arbeitnehmer. Wer solo arbeitet, ist weder das eine noch das andere. Auch der viel zitierte Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022 (1 ABR 22/21) ändert daran nichts: Er verpflichtet Arbeitgeber, ein System zur Erfassung der Arbeitszeiten einzurichten — hergeleitet aus § 3 Abs. 2 Nr. 1 ArbSchG. Solo-Selbstständige adressiert er nicht.
Sobald du jemanden beschäftigst, gilt das Gegenteil, und zwar ab der ersten Aushilfe:
Wann Zeiterfassung zur Pflicht wird
- Solo-selbstständig, keine Angestellten: keine gesetzliche Aufzeichnungspflicht
- Ab der ersten angestellten Person: Erfassungspflicht des Arbeitgebers (BAG 1 ABR 22/21)
- Minijob: Beginn, Ende und Dauer jedes Arbeitstags, aufgezeichnet spätestens am siebten Kalendertag danach und zwei Jahre aufbewahrt (§ 17 MiLoG)
- Bau, Gastronomie, Logistik, Fleischwirtschaft, Gebäudereinigung und die weiteren Branchen aus § 2a SchwarzArbG: dieselbe Pflicht, unabhängig vom Beschäftigungsumfang
- Arbeit über acht Stunden am Tag: gesondert aufzuzeichnen und zwei Jahre aufzubewahren (§ 16 Abs. 2 ArbZG)
Eine gesetzliche Konkretisierung dieser Pflichten steckt seit dem BAG-Beschluss im Gesetzgebungsverfahren, in Kraft ist sie bis heute nicht. Was für Betriebe mit Angestellten praktisch daraus folgt — Anwesenheitserfassung statt Projektzeiten, Stempeluhr, Export in die Lohnabrechnung —, steht in unserem Zeiterfassungs-Vergleich für KMU. Die zehn Tools auf dieser Seite sind auf Projektzeiten und Abrechnung ausgelegt, nicht auf Anwesenheitsnachweise.
Der zweite Weg zur Pflicht führt über den Kundenvertrag. Wer nach Stunden abrechnet, muss die Stunden im Streitfall auch belegen können: Nach ständiger BGH-Rechtsprechung trägt beim Stundenlohnvertrag der Auftragnehmer die Darlegungs- und Beweislast für die geleisteten Stunden. Praktisch heißt das, ein Export aus dem Zeiterfassungstool ist ein Nachweis, eine Erinnerung ist keiner. Noch besser ist der vom Kunden gegengezeichnete Stundenzettel — unterschreibt er, verschiebt sich die Beweislast in aller Regel zu seinen Lasten, und er muss darlegen, dass die abgerechneten Stunden nicht wirtschaftlich waren. Wer regelmäßig größere Stundenkontingente abrechnet, sollte den Monatsexport deshalb nicht nur ablegen, sondern bestätigen lassen.
Bleibt der Grund, aus dem die meisten Selbstständigen ohnehin tracken: Ohne erfasste Zeiten weißt du nicht, ob dein Stundensatz aufgeht. Die Rechnung dahinter macht der Stundensatz-Rechner.
Die 10 besten Tools für Zeiterfassung im Detail
1. Toggl Track — der intuitive Allrounder

Toggl Track ist die bekannteste Zeiterfassung für Freelancer — und das aus gutem Grund. Ein-Klick-Timer, übersichtliche Projektorganisation, klare Reports und ein Free-Plan bis fünf Nutzer. Läuft im Browser, als Desktop-App und auf iOS/Android — die Eingaben synchronisieren sauber zwischen allen Geräten. Wer Stunden in CSV/PDF an die Buchhaltung übergeben will, bekommt das ohne Umweg.
Am besten für: Solo-Freelancer und kleine Teams, die schnell anfangen wollen.
Fastlancer-Tipp: Aktiviere den „Idle Detection"-Timer im Desktop-Client — er fragt nach längeren Pausen automatisch, ob die Zeit weglaufen soll. Spart die typische „Vergessen-zu-stoppen"-Korrektur am Abend.
2. Clockify — die beste kostenlose Zeiterfassung

Clockify bietet einen der großzügigsten Free-Pläne der Kategorie — seit April 2026 allerdings auf 5 Nutzer begrenzt — inklusive Projekte, Stundenzettel, Budgets und Reports. Für Freelancer, die maximalen Funktionsumfang ohne monatliche Gebühr wollen, ist das die naheliegende Wahl. Premium-Features wie Rechnungsstellung oder erweiterte Reports lassen sich später bei Bedarf dazubuchen.
Am besten für: Freelancer, die maximalen Funktionsumfang gratis wollen.
Fastlancer-Tipp: Lege pro Kunde eine eigene „Workspace"-Farbe und Tags wie „abrechenbar/intern" an — so siehst du am Monatsende sofort, was du in Rechnung stellen kannst und wo dir Zeit verloren geht.
3. Harvest — Zeiterfassung mit Rechnungsstellung

Harvest kombiniert Zeiterfassung mit Rechnungsstellung und visuellem Reporting in einem Tool. Erfasste Stunden werden direkt in Rechnungen übernommen, inklusive hinterlegtem Stundensatz pro Kunde und Projekt. Die Integrationen zu Asana, Trello, Slack und Stripe machen es zur einfachen Wahl, wenn du parallel mehrere Kundenprojekte managst und nicht zwischen drei Tools wechseln willst.
Am besten für: Freelancer mit mehreren Projekten, die Tracking + Rechnung in einem Tool wollen.
Fastlancer-Tipp: Stelle „Budget-Alerts" pro Projekt ein. Sobald du 80 % deines vereinbarten Stundenbudgets erreicht hast, bekommst du eine Benachrichtigung — Zeit für ein Re-Briefing mit dem Kunden, bevor du unbezahlt drüber arbeitest.
4. TimeTac — die DACH-Lösung für Profis

TimeTac ist eine Zeiterfassung aus Österreich, die explizit auf DACH-Compliance (Arbeitszeitgesetz, GoBD, DSGVO) ausgelegt ist. Stundenzettel, Pausenregeln, Urlaubsplanung und Projektzeiterfassung kommen aus einem Guss. Für Solo-Freelancer ist sie eher überdimensioniert; sobald du aber Subunternehmer oder ein kleines Team koordinierst, spielt TimeTac seine Stärken aus. Für Teams mit Anwesenheits- und Urlaubsthemen lohnt der Blick in unseren Zeiterfassungs-Vergleich für KMU.
Am besten für: Freelancer mit Subunternehmern oder kleine Teams im DACH-Raum.
Fastlancer-Tipp: Nutze die Soll-/Ist-Auswertung pro Kunde — zeigt dir auf einen Blick, ob ein Projekt noch im vereinbarten Stundenkorridor liegt.
5. Timely — KI-Zeiterfassung ohne Timer

Timely nutzt einen lokalen „Memory Tracker", der im Hintergrund mitschneidet, welche Apps, Dokumente und Browser-Tabs du genutzt hast. Daraus schlägt die KI Zeiteinträge vor, die du per Drag-and-Drop in Projekte einsortierst — ganz ohne manuelles Starten oder Stoppen. Die Roh-Daten bleiben lokal, bis du sie freigibst — Pluspunkt für den Datenschutz.
Am besten für: Freelancer, die häufig zwischen Aufgaben springen und das Tracken vergessen.
Fastlancer-Tipp: Plane 5 Minuten am Tagesende ein, um die KI-Vorschläge zu reviewen — das ist deutlich schneller als manuelles Tracken und du bekommst trotzdem saubere, abrechenbare Zeiten.
6. TimeCamp — automatisches Tracking nach Keywords

TimeCamp trackt im Hintergrund nach Stichwörtern (z. B. „Kunde X" im Fenstertitel) und ordnet die Zeit automatisch dem richtigen Projekt zu. Dazu kommen Offline-Sync, ein integriertes Rechnungsmodul und breit aufgestellte Integrationen. Die mobile App ist nicht das Highlight; auf dem Desktop ist TimeCamp aber eine der stärksten Lösungen, wenn du strukturierte Projektzeiten willst.
Am besten für: Strukturiertes Projekttracking + direkte Rechnungsstellung.
Fastlancer-Tipp: Lege Keyword-Regeln pro Kunde an („Webflow", „Kunde-XY"). Sobald ein passender App-/Browser-Titel auftaucht, läuft die Zeit auf dem richtigen Projekt — ohne dass du etwas klicken musst.
7. Clocko:do — die deutsche Zeiterfassung mit Abrechnungs-Anbindung

Clocko:do ist ein deutscher Anbieter mit DSGVO-konformer Cloud-Zeiterfassung, intuitiven Stundenzetteln und Anbindungen an Rechnungstools wie Lexware Office oder sevdesk (ab Pro-Tarif). Server in Deutschland, deutscher Support, GoBD-tauglich — alles, was die meisten DACH-Freelancer bei US-Tools vermissen. Praktisch für regelmäßige Abrechnungen und Mandate, bei denen du sauber dokumentieren musst.
Am besten für: DACH-Freelancer mit Datenschutz- und Abrechnungs-Fokus.
Fastlancer-Tipp: Hinterlege je Kunde einen festen Stundensatz und nutze die „Honorar"-Auswertung — Clocko:do zeigt dir live, wie viel ein laufendes Projekt schon verdient hat.
8. Tyme — die Apple-First-Zeiterfassung

Tyme ist auf macOS, iOS und iPadOS zuhause und wirkt dort wie eine native Apple-App: reduziertes UI, schnelle Eingaben, automatisches Tracking via Apple-Standortdienste und Kalender. Wer ausschließlich im Apple-Ökosystem arbeitet, bekommt mit Tyme eine sehr schnelle, unaufdringliche Zeiterfassung — ohne Web-App-Aufblähung.
Am besten für: Apple-only Freelancer, die ein schnelles, minimalistisches Tool wollen.
Fastlancer-Tipp: Verknüpfe Tyme mit deiner Kalender-App — Termine erscheinen als Vorschläge im Tracker und lassen sich in ein, zwei Klicks als Arbeitszeit annehmen.
9. Timemator — automatisches Tracking ohne Cloud

Timemator ist ein Mac-Tracker, der lokal erkennt, welche Anwendung gerade im Vordergrund läuft, und die Zeit dem passenden Projekt zuordnet — ganz ohne Start/Stopp. Keine Cloud, keine Subscription, einmaliger Kauf. Wer Cloud-Speicher seiner Arbeitsdaten skeptisch sieht und ungestört arbeiten möchte, fährt damit ausgezeichnet.
Am besten für: Mac-Nutzer, die offline arbeiten und keine monatliche Gebühr zahlen wollen.
Fastlancer-Tipp: Definiere „Auto-Tracking-Regeln" einmal sauber pro Projekt (z. B. „Wenn Figma + Datei XY", dann starte Projekt Z). Danach läuft die Zeiterfassung praktisch unsichtbar im Hintergrund.
10. Kimai — Open-Source-Zeiterfassung selbst gehostet

Kimai ist die bekannteste Open-Source-Zeiterfassung — gehostet auf deinem eigenen Server. Reports, Projektverwaltung, Rechnungs-Add-ons und API-Zugriff sind alle dabei. Maximale Datenkontrolle, null laufende Lizenzkosten, dafür musst du dich einmal um Hosting und Updates kümmern. Wer sich vor einer kleinen PHP-Installation nicht scheut, hat hier ein erstklassiges Tool.
Am besten für: Freelancer mit technischem Hintergrund, die volle Datenkontrolle wollen.
Fastlancer-Tipp: Starte mit einem Hetzner- oder UpCloud-Server und der offiziellen Docker-Installation — in unter einer Stunde steht eine produktive Kimai-Instanz, die du komplett selbst kontrollierst.
Welches Zeiterfassungstool passt am besten zu dir?
Schnell starten, alles im Free-Plan: Toggl Track, Clockify
Zeiterfassung mit direkter Rechnungsstellung: Harvest, Clocko:do, TimeCamp
DACH-Compliance & deutscher Support: Clocko:do, TimeTac
Automatisches, „unsichtbares" Tracking: Timely, Timemator, TimeCamp
Apple-only & minimalistisch: Tyme, Timemator
Selbst gehostet / Open Source: Kimai
Zeiterfassung im Handwerk stellt andere Anforderungen als die Tools hier — Erfassung ohne Netz auf der Baustelle, Stunden je Auftrag, Stempeln für die ganze Kolonne und der Export in die Lohnabrechnung: Das haben wir im Zeiterfassungs-Vergleich für KMU in einem eigenen Baustellen-Kapitel aufgeschlüsselt.
Geheimtipp: WorkingHours
Schau dir das Zeiterfassungstool WorkingHours vom Indie-Entwickler Timo Partl an. Es bietet alle wichtigen Funktionen — Zeiterfassung, Analyse, Export — ohne Abo-Modell. Eine ehrliche Alternative, wenn du dich an den großen Anbietern satt gesehen hast.
Du willst nicht nur deine Zeit, sondern auch deine Rechnungen sauber im Griff haben? Dann lies parallel unseren Vergleich der besten Rechnungssoftware für Freelancer — viele Zeiterfassungs-Tools lassen sich direkt damit verknüpfen. Und wenn dich Pricing und Stundensatz-Kalkulation interessieren, findest du im Fastlancer Greenprint die kompakte Grundlage dafür.
Zurück zum großen Bild? Im Hub-Guide Die besten Tools für Freelancer 2026 findest du Top-Picks pro Kategorie — Buchhaltung, Geschäftskonto, PM und mehr.
Häufige Fragen
Müssen Selbstständige ihre Arbeitszeit erfassen?
Nein — solange du keine Angestellten hast, gibt es keine gesetzliche Aufzeichnungspflicht. Arbeitszeitgesetz und Arbeitsschutzgesetz richten sich an den Arbeitgeber und schützen Arbeitnehmer; wer solo arbeitet, ist weder das eine noch das andere. Auch der Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21) verpflichtet nur Arbeitgeber, ein Erfassungssystem einzurichten. Die Pflicht beginnt mit der ersten angestellten Person — bei Minijobs und in den Branchen nach § 2a SchwarzArbG sind Beginn, Ende und Dauer jedes Arbeitstags binnen sieben Kalendertagen aufzuzeichnen und zwei Jahre aufzubewahren (§ 17 MiLoG). Unabhängig davon kann ein Kundenvertrag einen Stundennachweis verlangen: Beim Stundenlohnvertrag trägt der Auftragnehmer die Beweislast für die geleisteten Stunden. Details im Abschnitt Arbeitszeiterfassung für Selbstständige.
Welche Zeiterfassung ist kostenlos?
Vollständig kostenlos ist Clockify — inklusive unbegrenzter Projekte und Reports, für bis zu 5 Nutzer. Toggl Track bietet einen sehr großzügigen Free-Plan bis fünf Personen. Kimai ist als Open-Source-Tool selbst hostbar und damit ebenfalls kostenfrei, erfordert aber etwas technisches Setup. Für kleine Teams mit Anwesenheits-Bedarf (Stempeluhr, Kiosk, GPS) ist außerdem Jibble im Kern dauerhaft kostenlos — für unbegrenzt viele Nutzer. Für Solo-Freelancer reichen die ersten drei Optionen in den allermeisten Fällen aus.
Beste Zeiterfassung für Freelancer ohne Team?
Toggl Track ist die naheliegende Empfehlung: schneller Timer, sauberes UI, brauchbare Reports — und alles auch im Free-Plan. Wer komplett kostenfrei mehr Funktionen möchte (z. B. Stundenzettel und Budgets), nimmt Clockify. Für reines Hintergrund-Tracking ohne manuelles Starten ist Timemator oder Timely spannend — beide erkennen automatisch, welche Apps und Dokumente du genutzt hast.
Wie erfasse ich Arbeitszeit für die Kundenabrechnung?
Erfasse die Zeit pro Projekt und pro Kunde — am besten direkt mit hinterlegtem Stundensatz. Harvest und TimeCamp erzeugen daraus direkt eine Rechnung; Clocko:do übergibt an Rechnungstools wie Lexware Office; Toggl Track und Clockify exportieren saubere Stundenzettel als PDF/CSV, die du in deine Buchhaltung übernimmst. Wichtig: jede Zeit, die du nicht erfasst, kannst du auch nicht abrechnen — also lieber zu fein tracken als zu grob.
Zeiterfassung mit Rechnungsstellung — geht das?
Ja. Harvest bietet Zeiterfassung plus Rechnungsversand in einem Tool; Clocko:do bindet Rechnungstools wie Lexware Office an. TimeCamp kann ebenfalls Rechnungen erstellen. Wenn du allerdings Wert auf GoBD-konforme Buchhaltung legst, kombinierst du besser ein Zeiterfassungs-Tool mit einer dedizierten Rechnungssoftware — wir vergleichen die besten Optionen im Rechnungssoftware-Guide.
Was sind die besten Tools für Zeiterfassung 2026?
Aus unserem Praxistest 2026: Toggl Track für den schnellen Einstieg im Solo-Betrieb, Clockify als kostenlose Vollversion auch für kleine Teams, Harvest für die Kombination aus Zeiterfassung und Rechnungsstellung, Clocko:do als deutsche DSGVO-Lösung mit Rechnungstool-Anbindung, Timemator für automatisches Hintergrund-Tracking und Kimai als Open-Source-Variante zum Selbsthosten. Die komplette Reihenfolge mit Vor- und Nachteilen siehst du in der Vergleichstabelle oben.
Welche Arbeitszeiterfassung eignet sich für Freelancer?
Für Freelancer zählt vor allem: schnelles Tracking, Projekt- und Kunden-Zuordnung, hinterlegte Stundensätze und ein sauberer Stundenzettel-Export. Diese vier Tools liefern das zuverlässig — Toggl Track, Clockify und Harvest international, Clocko:do mit deutscher GoBD-konformer Aufbewahrung. Reine Arbeitszeiterfassungs-Tools für Angestellte (Stempel-Apps, Pausenerfassung) sind für Freelancer meist überdimensioniert und unnötig kompliziert.
Welche Zeiterfassung eignet sich für Freiberufler?
Für Freiberufler nach § 18 EStG — also Berater, Entwickler, Designer, Texter, Ärzte, Anwälte und ähnliche Katalogberufe — gelten dieselben Anforderungen wie für andere Selbstständige: projekt- und mandatsbezogene Erfassung, hinterlegte Stundensätze und ein prüfbarer Stundenzettel für die Rechnung. Toggl Track und Clockify reichen für den Solo-Betrieb völlig aus; wer Wert auf deutschen Serverstandort und GoBD-konforme Aufbewahrung legt, nimmt Clocko:do oder TimeTac. Anders als bei Gewerbetreibenden gibt es für Freiberufler keine zusätzlichen zeiterfassungsrechtlichen Pflichten — es geht rein um die saubere Abrechnung.