Kleingewerbe anmelden 2026: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Fastlancer Team · Aktualisiert: 20. Mai 2026

Kleingewerbe anmelden 2026

Du willst nebenberuflich selbstständig werden, nebenbei Geld verdienen oder ein kleines Online-Business starten – aber weißt nicht genau wie das geht? Dieser Guide erklärt dir den kompletten Ablauf: von der Frage ob du überhaupt ein Gewerbe brauchst, über die Anmeldung beim Gewerbeamt bis zu Steuern, Kosten und den richtigen Tools für den Start.

Kleingewerbe, Freiberufler oder angestellt nebenberuflich – was bist du?

Bevor du etwas anmeldest, musst du wissen in welche Kategorie du fällst. Das entscheidet darüber was du überhaupt anmelden musst.

Freiberufler bist du wenn du in einem der klassischen freien Berufe tätig bist: Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Journalisten, Designer, Programmierer, Übersetzer, Therapeuten, Lehrer. Freiberufler melden kein Gewerbe an – sie melden sich lediglich beim Finanzamt steuerlich an. Kein Gewerbeschein, kein Gang zum Gewerbeamt.

Kleingewerbetreibender bist du wenn du eine gewerbliche Tätigkeit ausübst – also kaufmäßig handelst, Produkte verkaufst oder Dienstleistungen anbietest die nicht unter die freien Berufe fallen. Typische Beispiele: Online-Shop, Dropshipping, Handwerk, Coaching, Social Media Management, Reselling, Freelance-Tätigkeiten die nicht freiberuflich eingestuft werden.

Nebenberuflich angestellt und selbstständig ist ebenfalls möglich – du darfst in Deutschland grundsätzlich neben deinem Hauptjob ein Gewerbe betreiben. Informiere deinen Arbeitgeber vorher und prüfe deinen Arbeitsvertrag auf Konkurrenzklauseln. Dein Gewerbe darf deinen Hauptjob nicht beeinträchtigen.

Unsicher was du bist? Das Finanzamt klärt das kostenfrei. Im Zweifelsfall ist die Anmeldung eines Kleingewerbes unkompliziert, günstig und schnell rückgängig zu machen.

 Stelle fest wie du dich anmelden musst –   unsplash.com
Stelle fest wie du dich anmelden musst – unsplash.com

Was ist ein Kleingewerbe genau?

„Kleingewerbe" ist kein eigener gesetzlicher Begriff – er beschreibt umgangssprachlich ein Gewerbe das so überschaubar ist, dass kein Eintrag ins Handelsregister erforderlich ist. Rechtlich bist du als Kleingewerbetreibender ein Einzelunternehmer.

Die wichtigsten Eigenschaften:

  • Keine Pflicht zur doppelten Buchführung – eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) reicht aus

  • Kein Mindestkapital nötig

  • Du haftest mit deinem Privatvermögen

  • Kein Handelsregistereintrag nötig solange dein Betrieb keinen kaufmännischen Geschäftsbetrieb erfordert

Wann ein Handelsregistereintrag notwendig wird, hängt nicht von starren Zahlengrenzen ab – das Gesetz (§1 HGB) stellt darauf ab ob dein Unternehmen einen „nach Art und Umfang kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb" erfordert. Als grobe Orientierung gilt: Wer dauerhaft mehrere hunderttausend Euro Umsatz macht, Mitarbeiter beschäftigt und komplexe Geschäftsabläufe hat, sollte mit einem Steuerberater klären ob ein Handelsregistereintrag sinnvoll oder nötig ist. Für den typischen nebenberuflichen Start ist das irrelevant.

 Auch ein Etsy-Shop ist als Kleingewerbe einzustufen, sobald es zu Umsätzen kommt -  unsplash.com
Auch ein Etsy-Shop ist als Kleingewerbe einzustufen, sobald es zu Umsätzen kommt - unsplash.com

Vorteile eines Kleingewerbes auf einen Blick

Bevor wir in die Details gehen – hier die Gründe, warum das Kleingewerbe die mit Abstand häufigste Rechtsform für Nebenberufler und Solo-Gründer in Deutschland ist:

  • Geringer bürokratischer Aufwand – keine doppelte Buchführung, keine Bilanz. Eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) genügt.

  • Niedrige Anmeldekosten – die Gewerbeanmeldung selbst kostet zwischen 15 und 65 Euro, abhängig von deiner Gemeinde.

  • Steuerlich entspannt – über die Kleinunternehmerregelung entfallen Umsatzsteuer-Ausweis und monatliche Voranmeldungen.

  • Kein Startkapital nötig – kein Mindestkapital, keine notarielle Gründung, kein Handelsregistereintrag.

  • Schneller Start – Anmeldung in unter einer Stunde, Gewerbeschein meist am selben Tag oder innerhalb weniger Werktage.

  • Maximale Flexibilität – jederzeit erweiterbar, anpassbar oder rückgängig zu machen. Ideal, um Geschäftsideen risikoarm zu testen.

Die Kehrseite: Du haftest mit deinem Privatvermögen, weil du als Kleingewerbetreibender rechtlich Einzelunternehmer bist. Wer mit hohen Haftungsrisiken arbeitet (Beratung mit großen finanziellen Folgen, Produkthaftung, Bauleistungen), sollte über eine UG oder GmbH nachdenken. Für die typischen Online-, Coaching- und Dienstleistungsmodelle ist die persönliche Haftung in der Praxis durch eine günstige Berufshaftpflichtversicherung gut abgesichert.

Die Kleinunternehmerregelung 2026 – steuerfrei starten?

Die Kleinunternehmerregelung ist das Herzstück für alle die nebenberuflich selbstständig starten. Sie wird 2026 noch häufiger gesucht als je zuvor – weil die Grenzen 2025 deutlich angehoben wurden.

Was bedeutet die Kleinunternehmerregelung? Als Kleinunternehmer nach §19 UStG musst du keine Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen ausweisen und keine monatlichen oder quartalsweisen Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben. Du stellst Rechnungen ohne Mehrwertsteuer.

Wichtig: „Steuerfrei" ist dabei missverständlich. Du zahlst weiterhin Einkommensteuer auf deinen Gewinn – du bist lediglich von der Umsatzsteuer befreit. Wer „Kleingewerbe steuerfrei" sucht, meint meist genau diese Umsatzsteuerbefreiung.

Die aktuellen Grenzen ab 2025:

  • Dein Umsatz im Vorjahr lag unter 25.000 €

  • Dein Umsatz im laufenden Jahr wird voraussichtlich 100.000 € nicht überschreiten

Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber der alten Grenze von 22.000 €. Die Änderung basiert auf dem Jahressteuergesetz 2024 und der EU-Richtlinie 2020/285.

Wann lohnt sich die Regelung?

Sie lohnt sich wenn:

  • Deine Kunden hauptsächlich Privatpersonen sind (die können keine Vorsteuer abziehen)

  • Du am Anfang stehst und deine Einnahmen noch gering sind

  • Du deinen Verwaltungsaufwand so gering wie möglich halten willst

  • Du online Geld verdienst und deine Ausgaben überschaubar sind

Sie lohnt sich nicht wenn:

  • Deine Kunden hauptsächlich Unternehmen sind (die wollen die Vorsteuer abziehen und bevorzugen Rechnungen mit MwSt.)

  • Du selbst hohe Betriebsausgaben hast auf die du Vorsteuer zurückbekommen würdest

  • Du schnell wachsen willst und bald über die Grenze kommen wirst

Kleingewerbe anmelden – Schritt für Schritt

Schritt 1: Tätigkeit festlegen

Überlege dir genau was du anmelden willst – und formuliere es weit genug um dir Flexibilität zu lassen. Statt „Verkauf von handgemachten Kerzen" lieber „Herstellung und Vertrieb von Dekorations- und Geschenkartikeln". Das gibt dir Spielraum falls du dein Angebot erweiterst.

Schritt 2: Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt

Die Anmeldung erfolgt beim Gewerbeamt deiner Gemeinde oder Stadt. Das geht in vielen Städten inzwischen auch online – entweder direkt über das Portal deiner Stadt oder über Bund.de.

Du brauchst:

  • Personalausweis oder Reisepass

  • Ausgefülltes Anmeldeformular

  • 15 bis 65 € Anmeldegebühr (je nach Gemeinde – das sind die tatsächlichen Kleingewerbe-Anmeldekosten)

Du bekommst deinen Gewerbeschein in der Regel sofort oder innerhalb weniger Tage. Die Anmeldepflicht gilt ab dem ersten Tag deiner Tätigkeit – nicht erst wenn du deinen ersten Umsatz machst.

Schritt 3: Finanzamt meldet sich – Fragebogen ausfüllen

Nach der Gewerbeanmeldung informiert das Gewerbeamt automatisch dein zuständiges Finanzamt. Dieses schickt dir dann den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" – entweder per Post oder du findest ihn direkt in deinem ELSTER-Konto.

Im Fragebogen legst du unter anderem fest:

  • Ob du die Kleinunternehmerregelung nutzen willst

  • Deine voraussichtlichen Einnahmen im ersten Jahr

  • Deine Bankverbindung

Tipp: Leg dir vorab ein ELSTER-Konto an – das beschleunigt den Prozess und du kannst später alle Steuermeldungen digital erledigen.

Schritt 4: Steuernummer erhalten und loslegen

Nach Einreichung des Fragebogens bekommst du deine Steuernummer vom Finanzamt. Damit kannst du offizielle Rechnungen stellen. Das dauert in der Regel 2–4 Wochen.

Schritt 5: Geschäftskonto eröffnen

Ein separates Geschäftskonto ist für Kleingewerbetreibende nicht gesetzlich vorgeschrieben – aber dringend empfohlen. Es trennt Privat- und Geschäftsfinanzen sauber voneinander, was die Buchhaltung erheblich vereinfacht und im Falle einer Steuerprüfung saubere Nachweise liefert. Günstige Optionen: Kontist, Finom, oder ein Basiskonto bei deiner Hausbank.

 Du bist auf dem besten Weg, mit deinem Business durchzustarten –  unsplash.com
Du bist auf dem besten Weg, mit deinem Business durchzustarten – unsplash.com

Was kostet die Anmeldung eines Kleingewerbes? Komplettübersicht

Die kurze Antwort: Die reine Gewerbeanmeldung kostet zwischen 15 und 65 Euro. Die ehrliche Antwort: Wer realistisch plant, sollte für das erste Jahr mit 50 bis 200 Euro Gesamtkosten rechnen – je nach Branche, Bundesland und ob du sofort eine Berufshaftpflichtversicherung oder einen Steuerberater hinzuziehst.

Hier die einzelnen Kostenpunkte im Detail:

1. Anmeldegebühr beim Gewerbeamt: 15–65 €

Die Höhe legt jede Gemeinde selbst fest. In ländlichen Regionen zahlst du oft nur 15–25 €, in Großstädten wie München, Hamburg, Berlin oder Frankfurt eher 35–65 €. Online-Anmeldungen sind in vielen Städten möglich und teilweise günstiger. Du zahlst die Gebühr einmalig vor Ort, per Überweisung oder direkt beim Online-Formular.

2. Erlaubnis- oder Sachkundenachweise (nur reglementierte Branchen): 0–200 €

Bestimmte Branchen brauchen zusätzliche Genehmigungen: Gastronomie, Handwerk, Versicherungsvermittlung, Sicherheitsgewerbe, Immobilienmakler. Hier können polizeiliches Führungszeugnis (13 €), Sachkundenachweis oder Eintragung in die Handwerksrolle anfallen – insgesamt typischerweise 50–200 €. Für die meisten Online-, Coaching-, Marketing- oder Beratungstätigkeiten entfallen diese Kosten komplett.

3. IHK-Beitrag: in den ersten 2 Jahren oft 0 €

Als Gewerbetreibender bist du automatisch Pflichtmitglied der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer (HWK). Aber: Existenzgründer mit überschaubaren Gewerbeerträgen sind in den ersten zwei Geschäftsjahren grundsätzlich beitragsfrei. Danach fällt – je nach IHK – ein jährlicher Grundbeitrag zwischen 30 und 70 € an. Erst bei deutlich höheren Gewerbeerträgen kommt ein umsatzabhängiger Zusatzbeitrag dazu.

4. Geschäftskonto: 0–15 € pro Monat

Gesetzlich nicht vorgeschrieben, in der Praxis aber dringend empfohlen. Kostenlose Geschäftskonten bieten z.B. Kontist (Basistarif), Finom oder N26 Business. Wer ein klassisches Konto bei einer Filialbank wählt, zahlt 5–15 € im Monat. Eine saubere Trennung von Privat- und Geschäftsfinanzen spart dir bei der Buchhaltung und einer möglichen Betriebsprüfung deutlich mehr Geld, als das Konto kostet.

5. Buchhaltungssoftware: 0–20 € pro Monat

Für Kleinunternehmer reicht ein kostenloser Tarif oft aus. Papierkram bietet einen kostenlosen Einstiegstarif inklusive automatischer EÜR und GoBD-konformer Belegablage. BillingEngine ist die schlankste Lösung, wenn du primär schnell Rechnungen schreiben willst. Premium-Funktionen (Automatisierungen, Banking-Anbindung, OCR-Belegerkennung) kosten typischerweise 8–20 € pro Monat.

6. Versicherungen (optional, je nach Tätigkeit): 0–50 € pro Monat

Eine Berufshaftpflichtversicherung ist für viele Selbstständige sinnvoll und ab etwa 10 € im Monat zu haben. Wer überwiegend digital arbeitet und keine direkten Personenschäden verursachen kann, kommt meist ohne aus. Beratungs-, Coaching- oder Therapieberufe sollten sie abschließen. Eine private Krankenversicherung ist nur relevant, wenn du nicht über deinen Hauptjob mitversichert bist.

7. Optionaler Steuerberater: 200–600 € im ersten Jahr

Für die meisten Kleingewerbetreibenden mit Kleinunternehmerregelung ist ein Steuerberater nicht zwingend nötig – EÜR und Einkommensteuererklärung lassen sich mit ELSTER und einem Buchhaltungstool selbst erledigen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die erste Steuererklärung einmalig prüfen lassen: typischerweise 200–600 €, je nach Komplexität und Kanzlei.

Gesamtkosten im ersten Jahr – realistische Szenarien:

  • Minimal (rein digitales Nebengewerbe ohne Versicherung): 15–25 € einmalig – mehr nicht.

  • Typisch (mit kostenlosem Geschäftskonto und Buchhaltungs-Free-Tarif): 50–150 €.

  • Erweitert (mit Berufshaftpflicht und einmaliger Steuerberater-Prüfung): 300–600 €.

Wichtig zu wissen: Alle laufenden Kosten – Buchhaltungssoftware, Versicherungen, Steuerberater, Geschäftskonto, anteilig auch Arbeitszimmer und Internet – sind voll als Betriebsausgaben absetzbar und mindern deinen steuerpflichtigen Gewinn. Wer zur Umsatzsteuer optiert (also bewusst auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet), kann zusätzlich die Vorsteuer aus diesen Ausgaben zurückholen.

Nebenberuflich selbstständig – was du zusätzlich beachten musst

Wer neben dem Hauptjob selbstständig wird, hat ein paar Besonderheiten:

Arbeitsvertrag prüfen: Viele Arbeitsverträge enthalten Nebentätigkeitsklauseln die eine Genehmigung durch den Arbeitgeber erfordern. Informiere deinen Arbeitgeber – auch wenn keine Pflicht besteht, schützt dich Transparenz.

Sozialversicherung: Als nebenberuflich Selbstständiger bleibst du in der Regel über deinen Hauptjob krankenversichert solange deine selbstständige Tätigkeit zeitlich und wirtschaftlich untergeordnet bleibt (grobe Faustregel: weniger als 20 Stunden pro Woche und Einnahmen unter denen deines Hauptjobs).

Steuern auf Nebeneinkünfte: Deine Gewinne aus dem Kleingewerbe addieren sich zu deinem Arbeitseinkommen und werden mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Je höher dein Gesamteinkommen, desto höher der Steuersatz – das solltest du beim Kalkulieren deiner Preise berücksichtigen.

Gewerbesteuer: Als Kleingewerbetreibender zahlst du Gewerbesteuer sobald dein Gewinn den Freibetrag von 24.500 € pro Jahr übersteigt. Wer nebenberuflich startet und bescheidene Einnahmen erzielt bleibt in der Regel darunter.

Ideen: Womit kann ich nebenberuflich selbstständig Geld verdienen?

Das ist eine der meistgestellten Fragen – und die Antwort hängt von deinen Fähigkeiten ab. Hier ein Überblick nach Einstiegshürde:

Einstieg ohne Vorinvestition:

  • Texten, Lektorate, Übersetzungen

  • Social Media Management für lokale Unternehmen

  • Grafikdesign und einfache Webseiten

  • Online-Coaching oder Beratung im eigenen Fachgebiet

  • Verwaltungsdienstleistungen (Virtual Assistant)

Mit kleiner Anfangsinvestition:

  • Dropshipping oder Print-on-Demand

  • Digitale Produkte (eBooks, Templates, Onlinekurse)

  • Affiliate Marketing über einen Blog oder eine Nischenseite

  • Handgemachte Produkte über Etsy oder eigenen Shop

Mit Fachwissen:

  • IT-Freelancing, Programmierung, UX/UI Design

  • Fotografie oder Videoproduktion

  • Steuer- oder Rechtsberatung (nur für entsprechend qualifizierte Personen)

Für alle digitalen Wege lohnt sich ein Blick auf unsere Top Freelancer Tools – dort findest du die besten Anwendungen für jeden Bereich.

 Es gibt viele Wege digital Geld zu verdienen – suche das, was dir am meisten Spaß macht –  unsplash.com
Es gibt viele Wege digital Geld zu verdienen – suche das, was dir am meisten Spaß macht – unsplash.com

Diese Tools brauchst du von Anfang an

Wer nebenberuflich selbstständig wird, braucht keine teure Infrastruktur. Aber drei Bereiche solltest du von Anfang an digital abdecken.

Buchhaltung & Rechnungen

Papierkram ist für Kleinunternehmer die beste Wahl: kostenloser Tarif, GoBD-zertifiziert, automatische EÜR und professionelle Rechnungsvorlagen. Da du als Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer ausweist, ist der Einstieg besonders einfach.

BillingEngine ist die schlankste Option wenn du hauptsächlich schnell und unkompliziert Rechnungen schreiben willst – browserbasiert, ohne Lernkurve.

KleVerBill ist eine weitere deutsche Lösung speziell für Kleinunternehmer mit sehr einfacher Bedienung.

Zeiterfassung

Auch wenn du keine Stunden abrechnest: Zeiterfassung hilft dir zu verstehen wie lange Projekte wirklich dauern – und damit deinen Stundensatz realistisch zu kalkulieren.

Clockify ist dauerhaft kostenlos und für den Start völlig ausreichend. Timer starten, Projekt zuordnen, fertig.

Clocko:doist die deutsche Alternative mit Fokus auf korrekte Arbeitszeitdokumentation – relevant wenn du für Kunden Stunden nachweisen musst.

TogglTrack kannst du dir auch gern anschauen.

Organisation

Notion hält dein Business zusammen: Kundenliste, Projektübersicht, Ideen, Notizen – alles an einem Ort. Der kostenlose Plan reicht für Einzelpersonen aus.

ClickUp sollte im Kontext der Projektverwaltung auch zu Rate gezogen werden.

Die 5 häufigsten Fehler beim Kleingewerbe-Start

1. Zu späte Anmeldung Die Anmeldepflicht gilt ab dem ersten Tag deiner Tätigkeit – nicht erst beim ersten Umsatz. Eine verspätete Anmeldung kann Bußgelder nach sich ziehen.

2. Kleinunternehmerregelung pauschal als beste Option betrachten Sie ist praktisch – aber nicht immer vorteilhaft. Wer hauptsächlich an Unternehmen verkauft oder hohe Betriebsausgaben hat, sollte die Option mit einem Steuerberater abwägen.

3. Keine Trennung von Privat- und Geschäftsfinanzen Alles über ein Konto abzuwickeln macht die Buchhaltung unnötig aufwändig. Ein separates Konto kostet oft nichts und spart dir viel Zeit.

4. Keine Steuerrücklagen bilden Als Selbstständiger zahlst du Einkommensteuer nicht monatlich sondern als Vorauszahlung oder nach der Steuererklärung. Wer nicht regelmäßig zurücklegt, sitzt plötzlich auf einer Nachzahlung. Faustregel: 25–30% des Gewinns beiseitelegen. Unser Rücklagenrechner hilft dir den richtigen Betrag zu ermitteln.

5. Stundensatz zu niedrig ansetzen Viele vergessen beim Kalkulieren Krankheitstage, unbezahlte Akquise-Stunden, Steuern und Betriebskosten. Unser Stundensatzrechner zeigt dir was du wirklich verlangen musst um profitabel zu sein.

 Eine gute Finanzplanung von Beginn an bewahrt dich vor Überraschungen –  unsplash.com
Eine gute Finanzplanung von Beginn an bewahrt dich vor Überraschungen – unsplash.com

Fazit: Nebenberuflich selbstständig machen ist einfacher als du denkst

Die eigentliche Anmeldung dauert weniger als eine Stunde und kostet maximal ein paar Dutzend Euro. Die Bürokratie danach lässt sich mit den richtigen Tools auf ein Minimum reduzieren. Was wirklich zählt ist loszulegen – perfekte Vorbereitung ersetzt nicht das erste Projekt.

Wenn du noch unsicher bist mit welchen Tools du startest und du weitere Tipps suchst , findest du in unserem kompakten Guide Fastlancer Greenprint weiteres Wissen.


Häufige Fragen

Was kostet die Anmeldung eines Kleingewerbes?

Die reine Anmeldegebühr beim Gewerbeamt liegt je nach Gemeinde zwischen 15 und 65 Euro – in ländlichen Regionen oft günstiger (15–25 €), in Großstädten wie München, Hamburg oder Frankfurt eher 35–65 €. Realistisch solltest du für das erste Jahr mit 50–150 € Gesamtkosten rechnen, wenn du ein kostenloses Geschäftskonto und eine Buchhaltungssoftware mit Free-Tarif nutzt. Mit Berufshaftpflichtversicherung und einmaliger Steuerberater-Prüfung liegen die Gesamtkosten bei 300–600 € im Jahr.

Brauche ich für ein Kleingewerbe einen Steuerberater?

Nein, in den meisten Fällen nicht. Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG reicht eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) – diese kannst du mit Tools wie Papierkram, BillingEngine oder KleVerBill selbst erstellen und über ELSTER ans Finanzamt übermitteln. Sinnvoll ist ein Steuerberater erst bei komplexen Geschäftsmodellen, ausländischen Einnahmen oder wenn du die Umsatzgrenzen der Kleinunternehmerregelung überschreitest. Die einmalige Prüfung deiner ersten Steuererklärung durch einen Steuerberater kostet 200–600 €.

Ab wann muss ich ein Kleingewerbe anmelden?

Die Anmeldepflicht gilt ab dem ersten Tag deiner gewerblichen Tätigkeit – nicht erst beim ersten Umsatz. Sobald du planmäßig und auf Gewinn ausgerichtet Produkte verkaufst oder gewerbliche Dienstleistungen anbietest, ist die Anmeldung Pflicht. Verspätete Anmeldungen können Bußgelder zwischen 30 und 1.000 € nach sich ziehen. Einmalige Gelegenheitseinkünfte (z.B. einzelner Privatverkauf) gelten nicht als Gewerbe.

Wer darf ein Kleingewerbe anmelden?

Grundsätzlich jede volljährige und geschäftsfähige Person mit Wohnsitz in Deutschland. Auch nebenberuflich Angestellte, Studierende, Eltern in Elternzeit und Rentner können ein Kleingewerbe anmelden. Freiberufler (Ärzte, Anwälte, Designer, Programmierer, Journalisten, Übersetzer) melden hingegen kein Gewerbe an – sie registrieren sich direkt beim Finanzamt. In reglementierten Branchen (Gastronomie, Handwerk, Versicherungsvermittlung, Sicherheitsgewerbe) sind zusätzlich Sachkundenachweise oder polizeiliche Führungszeugnisse erforderlich.

Was ist der Unterschied zwischen Kleingewerbe und Kleinunternehmerregelung?

Das wird oft verwechselt. „Kleingewerbe" beschreibt die Unternehmensform: ein gewerbliches Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag und ohne doppelte Buchführung. „Kleinunternehmerregelung" ist eine umsatzsteuerliche Wahlmöglichkeit nach § 19 UStG: Wer im Vorjahr unter 25.000 € und im laufenden Jahr voraussichtlich unter 100.000 € Umsatz bleibt, kann auf den Ausweis von Umsatzsteuer verzichten. Du kannst ein Kleingewerbe ohne Kleinunternehmerregelung führen – und umgekehrt nutzen auch Freiberufler die Kleinunternehmerregelung.

Muss ich als Kleingewerbetreibender Gewerbesteuer zahlen?

Nur wenn dein Gewerbeertrag den Freibetrag von 24.500 € im Jahr überschreitet. Die Mehrheit der nebenberuflichen Kleingewerbetreibenden bleibt deutlich darunter und zahlt keine Gewerbesteuer. Die genaue Höhe richtet sich nach dem Hebesatz deiner Gemeinde (bundesweit zwischen 200 und 900 %) und liegt in der Regel zwischen 7 % und 17 % des Gewerbeertrags oberhalb des Freibetrags. Die gezahlte Gewerbesteuer wird teilweise auf die Einkommensteuer angerechnet.

Ist ein Geschäftskonto für ein Kleingewerbe Pflicht?

Nein, ein Geschäftskonto ist für Einzelunternehmer und Kleingewerbetreibende nicht gesetzlich vorgeschrieben. In der Praxis ist die Trennung von Privat- und Geschäftsfinanzen aber dringend empfohlen: Sie vereinfacht die Buchhaltung erheblich und liefert bei einer Steuerprüfung saubere Nachweise. Achtung: Viele Banken verbieten in ihren AGB die geschäftliche Nutzung von Privatkonten. Kostenlose Geschäftskonten gibt es z.B. bei Kontist, Finom oder N26 Business.