Avast: Antivirus & Online-Sicherheit für Selbstständige und kleine Teams
Tim Wittke · Aktualisiert: 19. Okt. 2026
Kurz-Urteil
Ideal für
- Selbstständige, die ihren Arbeitsrechner ohne laufende Kosten grundschützen wollen
- Freelancer, die Kundendaten und Rechnungen vor Ransomware absichern müssen
- Kleine Teams, die bis zu 10 Geräte mit einer Lizenz abdecken wollen
- Nutzer, die viel im Online-Banking und in fremden WLANs arbeiten
Nicht geeignet für
- Wer nach dem ersten Jahr keinen deutlich höheren Preis zahlen will
- Selbstständige, denen die Datenschutz-Vergangenheit des Anbieters zu schwer wiegt
- Wer eine werbefreie Oberfläche erwartet
- Einstieg
- Kostenloser Tarif · bezahlt ab 41,88 € / Monat
- Kostenlos testen?
- Ja — Free-Antivirus dauerhaft kostenlos, Premium 30 Tage testbar
- Stärke
- Solider Malware-Schutz mit einer der besten kostenlosen Antivirus-Versionen am Markt — plus Firewall-Extras, Ransomware-Schutz und abgesichertem Online-Banking im Premium-Tarif
Was ist Avast?
Avast ist eines der bekanntesten Antivirus-Programme der Welt und schützt Rechner vor Viren, Ransomware, Phishing und unsicheren Netzwerken. Für Selbstständige ist vor allem eines interessant: Die kostenlose Version gehört zu den besten am Markt und liefert soliden Malware-Grundschutz, ohne dass ein Cent fließt. Wer mehr braucht — Firewall, abgesichertes Online-Banking, Schutz für sensible Kundendaten — steigt auf Premium Security um. Avast gehört heute zu Gen Digital, dem Konzern hinter Norton und Avira.

Der Free-Antivirus: erstaunlich viel für 0 €
Die Gratis-Version deckt den kompletten Basisschutz ab: Echtzeit-Scan gegen Viren und Malware, ein Ransomware-Basisschutz, der WLAN-Inspektor für unsichere Netzwerke, eine Website-Prüfung gegen Phishing, die Basis-Firewall und der KI-Avast-Assistent, der verdächtige Nachrichten und Angebote prüft. In den unabhängigen Tests von AV-Test und AV-Comparatives erreicht Avast regelmäßig Spitzenwerte bei der Erkennung. Für viele Solo-Selbstständige, die vor allem einen zuverlässigen Malware-Schutz auf dem Arbeitsrechner wollen, reicht das völlig aus. Der Preis: gelegentliche Upgrade-Hinweise und Pop-ups, die zum Premium-Kauf einladen.
Premium Security: was der Aufpreis bringt
Premium Security setzt genau da an, wo Freelancer mit Kundendaten sensibler werden. Dazu kommen die Firewall-Extras (Leak Protection, Port-Scan- und ARP-Spoofing-Warnungen), die Blockade von Betrugs-SMS und Scam-Anrufen über die Mobil-App, der erweiterte Ransomware- und Sensible-Daten-Schutz, der Bank-Modus für abgesichertes Online-Banking sowie Blockaden gegen gefälschte Websites und unbefugte Webcam-Zugriffe. Eine Lizenz deckt je nach Tarif 1 oder bis zu 10 Geräte über Windows, Mac, iOS und Android ab — praktisch, wenn Laptop, Zweitrechner und Smartphone unter eine Lizenz sollen.
Preise und die ehrliche Rechnung
Der Haken ist die Verlängerung — bei Avast wie bei fast allen Sicherheitsanbietern. Der beworbene Betrag gilt für das erste Jahr; danach springt der Preis auf den regulären Tarif, und der liegt beim Doppelten oder mehr. Wer das vermeiden will, kündigt die automatische Verlängerung rechtzeitig und vergleicht zum Stichtag neu.
Die Staffelung folgt der Gerätezahl und dem VPN: Der Einstieg deckt ein bis zwei Geräte, die größeren Pakete bis zu zehn, und die oberste Stufe ergänzt unbegrenztes VPN. Aktionspreise wechseln häufig — vor dem Kauf auf der Anbieterseite gegenchecken.

Für wen lohnt sich Avast?
Für Selbstständige, die vor allem soliden Malware-Schutz auf einem Rechner wollen, ist der Free-Antivirus schwer zu schlagen. Wer regelmäßig Online-Banking macht, Kundendaten verarbeitet oder in fremden WLANs arbeitet, ist mit Premium Security richtig aufgestellt — sollte aber den Verlängerungspreis einplanen. Wer maximale Funktionsdichte in einer Bezahl-Suite sucht, vergleicht mit den Alternativen in unserer Übersicht der Sicherheits-Tools.
Was uns an Avast gefällt und was nicht
Vorteile
- Kostenlose Version dauerhaft gratis und stark
- Sehr gute Erkennungsraten in unabhängigen Tests
- Premium schützt bis zu 10 Geräte plattformübergreifend
- Bank-Modus und Sensible-Daten-Schutz für Selbstständige
- Deutsche Oberfläche und deutschsprachiger Support
Nachteile
- Verlängerungspreis fast doppelt so hoch wie Erstjahrespreis
- Datenschutz-Altlast: Nutzerdatenverkauf über Jumpshot bis 2020
- Free-Version zeigt regelmäßig Upgrade-Hinweise und Pop-ups
Preise & Pläne
Free Antivirus
Kostenlos
dauerhaft kostenlos, 1 Gerät
- Viren-, Malware- und Ransomware-Basisschutz
- WLAN-Inspektor und Website-Prüfung
- Basis-Firewall und KI-Avast-Assistent für verdächtige Nachrichten
Premium Security
41,88 €
erstes Jahr (1 PC + 1 Mobilgerät) · Verlängerung 72,99 €/Jahr · 10 Geräte 54,04 € (danach 99,99 €)
- Firewall-Extras: Leak Protection, Port-Scan- und ARP-Spoofing-Warnungen
- Erweiterter Ransomware- und Sensible-Daten-Schutz
- Bank-Modus fürs abgesicherte Online-Banking
Ultimate
69,48 €
erstes Jahr (1 PC + 1 Mobilgerät) · Verlängerung 102,99 €/Jahr · 10 Geräte 79,04 € (danach 139,99 €)
- Alles aus Premium Security
- Avast Premium VPN ohne Datenlimit (vormals SecureLine)
- Cleanup Premium für mehr Tempo
Preise ohne Gewähr – aktuelle Tarife auf der offiziellen Website prüfen.
Alternativen nach Anwendungsfall
Häufige Fragen
Was kostet Avast?
Der Free-Antivirus ist dauerhaft kostenlos. Bei den Bezahlversionen ist der beworbene Betrag ein Erstjahrespreis — nach zwölf Monaten verlängert Avast zum regulären Tarif, der etwa doppelt so hoch liegt. Rechne mit dem Verlängerungspreis, nicht mit der Schlagzeile, und kündige die automatische Verlängerung rechtzeitig.
Ist die kostenlose Version von Avast gut genug?
Für den reinen Malware-Grundschutz: ja. Der Free-Antivirus deckt Viren, Ransomware-Basisschutz, WLAN-Prüfung und Phishing-Warnungen ab und schneidet in unabhängigen Tests stark ab. Was fehlt, sind die Firewall-Extras, der abgesicherte Bank-Modus, der Sensible-Daten-Schutz und die Blockade von Betrugs-SMS und Scam-Anrufen — genau die Bausteine, die für Selbstständige mit Kundendaten und Online-Banking interessant sind.
Warum ist der Verlängerungspreis so viel höher?
Wie fast alle Antivirus-Anbieter arbeitet Avast mit Erstjahres-Rabatten: Der beworbene Preis gilt nur für das erste Jahr, danach greift der reguläre Tarif (z. B. Premium 41,88 € → 72,99 €). Wer den Sprung vermeiden will, kündigt die Auto-Verlängerung rechtzeitig und schließt neu ab oder vergleicht zum Verlängerungstermin die Konkurrenz.
Avast oder Bitdefender — was ist besser?
Beide erkennen Malware in Tests exzellent. Avast hat die stärkere kostenlose Version und eine aufgeräumtere, einsteigerfreundliche Oberfläche; Bitdefender packt mehr Funktionen in seine Bezahl-Suiten (Passwort-Manager, Kindersicherung). Bei der Systemlast sprechen die Labore für Avast: Im Performance-Test von AV-Comparatives im April 2026 kam Avast auf einen Impact-Wert von 5,5, Bitdefender auf 9,6, beide ADVANCED+. Faustregel: Wer eine gute Gratis-Basis, einen leichten Client oder ein simples Bedien-Erlebnis will, nimmt Avast; wer maximale Funktionsdichte in der Bezahl-Suite sucht, schaut auf Bitdefender.
Ist Avast nach dem Jumpshot-Skandal noch vertrauenswürdig?
Avast verkaufte bis Anfang 2020 über die Tochter Jumpshot angeblich anonymisierte Nutzerdaten — nach öffentlicher Kritik wurde Jumpshot geschlossen, 2024 verhängte die US-Handelsbehörde FTC 16,5 Mio. $ Strafe und ein Verkaufsverbot für Browserdaten. Seither betont der Konzern (heute Teil von Gen Digital, mit Norton und Avira) strengere Datenschutzrichtlinien. Die Erkennungsleistung war nie betroffen; wer maximale Datensparsamkeit will, sollte die Datenschutzeinstellungen nach der Installation aktiv prüfen.
Fazit
Avast bleibt eine der solidesten Optionen für den Basisschutz — vor allem, weil die kostenlose Version ungewöhnlich gut ist und für viele Selbstständige als Malware-Grundschutz völlig ausreicht. Wer die Firewall-Extras, abgesichertes Online-Banking und Ransomware-Schutz für Kundendaten will, fährt mit Premium Security gut, sollte aber den kräftigen Sprung beim Verlängerungspreis einkalkulieren und rund um den Verlängerungstermin die Konkurrenz vergleichen. Die Jumpshot-Vergangenheit ist ein berechtigter Vorbehalt, an der Schutzleistung selbst gibt es wenig auszusetzen.
