Rücklagen-Rechner für Freelancer
Der Unterschied zwischen brutto und „wirklich meins"
Wer sich selbstständig macht, merkt schnell: Das Geld, das auf dem Konto eingeht, ist nicht vollständig das Geld, das einem gehört. Ein Teil davon gehört dem Finanzamt, ein Teil der Krankenkasse – und ein Teil sollte für Zeiten zurückgelegt werden, in denen weniger reinkommt.
Das Problem: Anders als im Angestelltenverhältnis passiert das nicht automatisch. Kein Arbeitgeber rechnet ab, kein Lohnbüro überweist. Wer nicht aktiv zurücklegt, gibt das Geld aus und steht im Frühjahr vor einer Nachzahlung, auf die er nicht vorbereitet ist.
Der Rechner unten zeigt dir, wie viel du konkret von jeder Zahlung beiseitelegen solltest, aufgeschlüsselt nach Einkommensteuer, Krankenversicherung, Altersvorsorge und Notfallpuffer. Basierend auf deinen tatsächlichen Zahlen, nicht auf pauschalen Prozentsätzen aus dem Internet.
Rücklagen-Rechner für Freelancer
Berechne, wie viel du von jeder Zahlung für Steuern, KV, Altersvorsorge und Notfallreserve zurücklegen solltest – mit aktuellen Werten.
Du willst verstehen, wie du als Freelancer finanziell sicher durchstartest?
📘 Fastlancer Greenprint lesenEinkommensteuer: § 32a EStG 2025 · Grundfreibetrag 12.096 € · Progressionsformel gemäß BMF.
KV (GKV): Allgemeiner Beitragssatz 14,6 % + durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2,5 % = 17,1 % · Beitragsbemessungsgrenze 5.512,50 €/Monat.
Pflegeversicherung: 4,2 % (kinderlos) / 3,6 % (mit Kind) · BBG wie KV.
Altersvorsorge-Abzug: Bis 27.565 €/Jahr (§ 10 Abs. 3 EStG) als Sonderausgabe berücksichtigt, sofern die Beiträge zu Rürup/GRV fließen.
Soli: Ab 2025 für den weitaus größten Teil der Steuerpflichtigen weggefallen; nur noch bei sehr hohem zvE (ab ca. 66.000 €) anteilig fällig – wird hier vereinfacht nicht gesondert erhoben.
Gewerbesteuer: Freiberufler (§ 18 EStG) zahlen keine Gewerbesteuer. Gewerbetreibende sollten je nach Hebesatz ihrer Gemeinde ca. 3–5 % des Gewinns (über 24.500 € Freibetrag) zusätzlich einplanen.
Vereinfachungen
Es wird Steuerklasse I (ledig, keine Kirchensteuer) angenommen. Individuelle Faktoren wie PKV-Abzug, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder Gewinnschwankungen werden nicht berücksichtigt. Die Altersvorsorge wird in vollem Umfang als abzugsfähig angenommen. Das Ergebnis ist ein Orientierungswert – kein Steuerberatungsersatz.
Datenschutz
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Angaben ohne Gewähr. Dieses Tool ersetzt keine individuelle Steuer- oder Finanzberatung. Für verbindliche Aussagen wende dich an einen Steuerberater.
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Warum Rücklagen für Freelancer kein Nice-to-have sind
Das häufigste Freelancer-Trauma ist nicht ein schlechtes Projekt oder ein schwieriger Kunde – es ist die Steuernachzahlung im Frühjahr, auf die man nicht vorbereitet war. Das Finanzamt kennt keine Rücksicht auf Auftragslücken.
Hinzu kommt eine Besonderheit, die viele unterschätzen: Als Selbstständiger zahlst du deinen gesamten Krankenversicherungsbeitrag selbst – ohne Arbeitgeberanteil. Bei der GKV sind das aktuell 17,1 % des Gewinns plus Pflegeversicherung. Kein Arbeitgeber übernimmt mehr die Hälfte.
Die Faustregel, die sich in der Praxis bewährt hat: 30–35 % des Gewinns für Steuern und KV zurücklegen, plus separater Puffer für Altersvorsorge und Auftragslücken. Wer das von Anfang an konsequent umsetzt – am besten per Dauerauftrag direkt nach Zahlungseingang – schützt sich vor den häufigsten Finanzfehlern in der Selbstständigkeit.
Den vollständigen Einstieg in die finanzielle Seite der Selbstständigkeit – von Stundensatz über Rücklagen bis zur ersten Steuererklärung – findest du im Fastlancer Greenprint.