Rücklagen-Rechner für Freelancer

Der Unterschied zwischen brutto und „wirklich meins"

Wer sich selbstständig macht, merkt schnell: Das Geld, das auf dem Konto eingeht, ist nicht vollständig das Geld, das einem gehört. Ein Teil davon gehört dem Finanzamt, ein Teil der Krankenkasse – und ein Teil sollte für Zeiten zurückgelegt werden, in denen weniger reinkommt.

Das Problem: Anders als im Angestelltenverhältnis passiert das nicht automatisch. Kein Arbeitgeber rechnet ab, kein Lohnbüro überweist. Wer nicht aktiv zurücklegt, gibt das Geld aus und steht im Frühjahr vor einer Nachzahlung, auf die er nicht vorbereitet ist.

Der Rechner unten zeigt dir, wie viel du konkret von jeder Zahlung beiseitelegen solltest, aufgeschlüsselt nach Einkommensteuer, Krankenversicherung, Altersvorsorge und Notfallpuffer. Basierend auf deinen tatsächlichen Zahlen, nicht auf pauschalen Prozentsätzen aus dem Internet.

Rücklagen-Rechner für Freelancer – Fastlancer

Rücklagen-Rechner für Freelancer

Berechne, wie viel du von jeder Zahlung für Steuern, KV, Altersvorsorge und Notfallreserve zurücklegen solltest – mit aktuellen Werten.

1Einnahmen
2Absicherung
3Rücklagen-Plan
Deine Einnahmen
Trag deinen monatlichen Umsatz und deine Betriebsausgaben ein. Wir rechnen mit Netto-Beträgen ohne Umsatzsteuer.
€/Mo
Was du deinen Kunden netto in Rechnung stellst – vor Umsatzsteuer.
€/Mo
Software, Hardware, Büro, Tools, Steuerberater usw. – alles, was abzugsfähig ist.
Umsatz bis 25.000 € im Vorjahr / 100.000 € im laufenden Jahr → keine USt. auf Rechnungen.
Relevant für den Pflegeversicherungsbeitrag (4,2 % vs. 3,6 %).
Absicherung & Lebenshaltung
Diese Angaben bestimmen deine Pflichtbeiträge und deinen persönlichen Notfallpuffer.
GKV-Beitrag für Selbstständige: 17,1 % + Pflegeversicherung (kein Arbeitgeberanteil).
Als PKV-Versicherter trägst du den vollen Beitrag selbst – typisch zwischen 350 € und 900 € / Monat abhängig von Tarif, Alter und Vorerkrankungen.
€/Mo
€/Mo
Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Mobilität usw. – was du privat monatlich ausgibst.
Experten empfehlen 3–6 Monate Lebenshaltungskosten als eiserne Reserve für Auftragslücken, Krankheit oder unerwartete Ausgaben.
€/Mo
Empfehlung: 10–15 % deines Nettoeinkommens. Beiträge zu Rürup/GRV mindern zusätzlich deine Steuerlast (bis 27.565 €/Jahr absetzbar).
Dein Rücklagen-Plan
So viel solltest du von jeder Zahlung beiseitelegen – aufgeschlüsselt nach Kategorie.
Gesamtrücklage pro Monat
= deines Netto-Umsatzes
Einkommensteuer (inkl. Soli) Vorauszahlung: 10. März · 10. Juni · 10. Sep. · 10. Dez.
Kranken- & Pflegeversicherung GKV 17,1 % + PV · kein Arbeitgeberanteil
Altersvorsorge Rürup, ETF-Sparplan, freiwillige GRV o.ä.
Notfallpuffer (Aufbau) Ziel: X € · Aufbau über 12 Monate

Verfügbares Netto
Nach Rücklagen · monatlich frei verfügbar
Einkommensteuer-Vorauszahlungen 2025
10. März
10. Juni
10. Sep.
10. Dez.
Sobald dein Steuerbescheid mehr als 400 € Nachzahlung ausweist, setzt das Finanzamt automatisch quartalsweise Vorauszahlungen fest. Lege also konsequent zurück – nicht nur einmal im Jahr. Viele Freelancer rutschen in die Steuerfalle, weil sie das erste Jahr gut laufen lassen und dann im Folgejahr Vorauszahlung und Nachzahlung gleichzeitig fällig werden.
💡 3-Konten-Modell: Richte drei getrennte Konten ein – Geschäftskonto für Einnahmen, Privatkonto für Lebenshaltung, Rücklagenkonto (Tagesgeld) für Steuern, KV und Puffer. Richte einen Dauerauftrag ein, der die Rücklage direkt nach Zahlungseingang überweist. So gibst du das Geld nicht aus, bevor du es brauchst.

Du willst verstehen, wie du als Freelancer finanziell sicher durchstartest?

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Verwendete Werte (Stand 2025)
Einkommensteuer: § 32a EStG 2025 · Grundfreibetrag 12.096 € · Progressionsformel gemäß BMF.
KV (GKV): Allgemeiner Beitragssatz 14,6 % + durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2,5 % = 17,1 % · Beitragsbemessungsgrenze 5.512,50 €/Monat.
Pflegeversicherung: 4,2 % (kinderlos) / 3,6 % (mit Kind) · BBG wie KV.
Altersvorsorge-Abzug: Bis 27.565 €/Jahr (§ 10 Abs. 3 EStG) als Sonderausgabe berücksichtigt, sofern die Beiträge zu Rürup/GRV fließen.
Soli: Ab 2025 für den weitaus größten Teil der Steuerpflichtigen weggefallen; nur noch bei sehr hohem zvE (ab ca. 66.000 €) anteilig fällig – wird hier vereinfacht nicht gesondert erhoben.
Gewerbesteuer: Freiberufler (§ 18 EStG) zahlen keine Gewerbesteuer. Gewerbetreibende sollten je nach Hebesatz ihrer Gemeinde ca. 3–5 % des Gewinns (über 24.500 € Freibetrag) zusätzlich einplanen.

Vereinfachungen
Es wird Steuerklasse I (ledig, keine Kirchensteuer) angenommen. Individuelle Faktoren wie PKV-Abzug, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder Gewinnschwankungen werden nicht berücksichtigt. Die Altersvorsorge wird in vollem Umfang als abzugsfähig angenommen. Das Ergebnis ist ein Orientierungswert – kein Steuerberatungsersatz.

Datenschutz
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Haftung
Angaben ohne Gewähr. Dieses Tool ersetzt keine individuelle Steuer- oder Finanzberatung. Für verbindliche Aussagen wende dich an einen Steuerberater.

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Warum Rücklagen für Freelancer kein Nice-to-have sind

Das häufigste Freelancer-Trauma ist nicht ein schlechtes Projekt oder ein schwieriger Kunde – es ist die Steuernachzahlung im Frühjahr, auf die man nicht vorbereitet war. Das Finanzamt kennt keine Rücksicht auf Auftragslücken.

Hinzu kommt eine Besonderheit, die viele unterschätzen: Als Selbstständiger zahlst du deinen gesamten Krankenversicherungsbeitrag selbst – ohne Arbeitgeberanteil. Bei der GKV sind das aktuell 17,1 % des Gewinns plus Pflegeversicherung. Kein Arbeitgeber übernimmt mehr die Hälfte.

Die Faustregel, die sich in der Praxis bewährt hat: 30–35 % des Gewinns für Steuern und KV zurücklegen, plus separater Puffer für Altersvorsorge und Auftragslücken. Wer das von Anfang an konsequent umsetzt – am besten per Dauerauftrag direkt nach Zahlungseingang – schützt sich vor den häufigsten Finanzfehlern in der Selbstständigkeit.

Den vollständigen Einstieg in die finanzielle Seite der Selbstständigkeit – von Stundensatz über Rücklagen bis zur ersten Steuererklärung – findest du im Fastlancer Greenprint.

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